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Halberstadt

NPD bremst Liedermacher

Auf Druck der Rechten: Kreis Halberstadt versagt Konstantin Wecker Konzert in Schule

VON Katrin Löwe, 08.03.06, 17:33h, aktualisiert 09.03.06, 11:38h
Konstantin Wecker
Ein Liedermacher mit politischen Ambitionen: Konstantin Wecker präsentiert im Mai 2003 sein Buch «Tobe, zürne, misch dich ein!» (Archivfoto: dpa)
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Halberstadt/MZ. Aus Angst vor einer erfolgreichen Klage der NPD hat die Halberstädter Kreisverwaltung ein Konzert des Liedermachers Konstantin Wecker in einer Schule nicht genehmigt. Das bestätigte am Mittwoch der stellvertretende Landrat Hans-Dieter Sturm.

Wecker befindet sich auf seiner "Antifa-Club-Tour 2006" unter dem Motto "Nazis raus aus unserer Stadt". Organisiert vom soziokulturellen Zentrum "Zora" in Halberstadt sollte er am Mittwoch im Käthe-Kollwitz-Gymnasium auftreten. Die Genehmigung dafür blieb Zora aber nach einem Drohbrief der Halberstädter NPD versagt.

Die Neonazis hatten unterstellt, Wecker mache Wahlkampf für die Linkspartei.PDS. Gleichzeitig pochten sie kurz vor der Landtagswahl auf eine Neutralitätspflicht der Behörden hinsichtlich von Partei-Veranstaltungen und kündigten an, juristisch Auftritte "nationaler Musikgruppen" in öffentlichen Gebäuden durchzusetzen sowie das missliebige Wecker-Konzert zu stören.

"Wir wollen auf keinen Fall nationale Themen in unserer Aula. Und wir hätten wahrscheinlich Probleme, das juristisch zu verhindern", so Sturm. Die Überlegung, das Konzert in der Schule zu untersagen, hätte es ohne NPD-Drohung nicht gegeben, sagte Sturm. Der Veranstalter sei im Februar informiert worden, sich einen anderen Raum zu suchen. Der NPD-Brief zeigte auch im städtischen Sportzentrum Wirkung, wo das Konzert ebenfalls nicht stattfinden durfte. Kritisch wertete Landtagspräsident Adolf Spotka (CDU), Initiator des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz, die Entscheidung. Er sehe in dem Konzert keine Parteiveranstaltung, sondern eine kulturelle mit politischem Hintergrund, zu denen das Netzwerk ermutige. Wecker sagte der MZ: "Ich bin entsetzt, dass man sich dem Druck der NPD gebeugt hat."


    
    
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