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Roter Stern flitzt an der Lilienstraße

erstellt 05.09.05, 21:53h, aktualisiert 05.09.05, 22:11h
Halle/MZ/leo. Bisher kannte man zeigefreudige Anhänger der Freikörperkultur nur aus dem Fernsehen, nun hat auch Fußball-Halle seinen ersten Flitzer-Fall. Am dritten Spieltag der zweiten Stadtklasse zwischen der SG Buna II und der Reserve von Roter Stern stürmte ein Nackedei aus dem etwa 20-köpfigen Gäste-Anhang auf den Rasen des Platzes an der Lilienstraße. Unglücklicherweise just in dem Moment, als die bereits 3:1 führenden Sterne einen Konter starteten, der letztlich zum 4:1 (85.) führte.

Wütende Proteste der Bunesen und eine Spielertraube um Schiedsrichter Ulf Bartholomäus (HFC) waren die Folge: Er hätte abpfeifen müssen, das Tor nicht geben dürfen. Da der Flitzer, angeblich ein Akteur der an diesem Tag spielfreien ersten Mannschaft von Roter Stern, allerdings fernab des eigentlichen Spielgeschehens über den Rasen gelaufen war, hatte der Referee keinen Grund gesehen, den Vorteil der angreifenden Gäste abzupfeifen. Der Treffer zählte.

Für die Buna-Kicker war das zu viel. Sie verließen wutschnaubend das Feld, sorgten so für einen Spielabbruch und schossen damit vermutlich ein Eigentor. "Man muss sehen, was die Verhandlung ergibt. Aber grundsätzlich ist eine Mannschaft nicht berechtigt, einfach vom Platz zu gehen. Schließlich hat jeder Klub die Möglichkeit, nach dem Abpfiff Protest einzulegen", meinte Hartmut List vom Sportgericht gegenüber der MZ. Am Dienstag (ab 16 Uhr) ist der "Flitzer-Fall" Thema bei der Börse der Fußball-Vereine auf dem Gelände der SG Motor.


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