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Sachsen-Anhalt

Vielen Menschen wachsen die Schulden über den Kopf

Beraterin: Betroffene beziehen häufig kein pfändbares Einkommen mehr

VON Ute Albersmann, 14.06.05, 22:25h, aktualisiert 28.06.05, 17:49h
Pfandsiegel eines Gerichtsvollziehers
Pfandsiegel eines Gerichtsvollziehers (Foto: dpa)
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Halle/MZ. Drückende Schulden werden für immer mehr Sachsen-Anhalter zum ernsten Problem. Der Ansturm auf Schuldnerberatungsstellen nimmt darum weiter zu. So wurden bei der Arbeiterwohlfahrt in Wolfen bis Ende Mai 87 Prozent der Beratungsfälle des gesamten Vorjahres gezählt. Mehr als 3,1 Millionen deutsche Haushalte sind überschuldet. Vor allem Langzeitarbeitslose sitzen in der Schuldenfalle.

Zunehmend werden Arbeitslosengeld-II-Empfänger von der Arbeitsagentur oder den betreuenden Landkreisen zur Beratung geschickt, weil hohe Schulden die Chance auf einen Neuanfang im Beruf schmälern. Daneben kommen Jugendliche, denen ihre Handy-Rechnung über den Kopf gewachsen ist.

"Die Probleme haben sich verschärft", sagt Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Halle. Die Zahl der Beratungsfälle sei stark gestiegen, von 660 im Jahr 2003 auf 752 im Jahr 2004. Mehr als zwei Drittel ihrer Klienten bezögen kein pfändbares Einkommen, lebten von Sozialleistungen oder sehr niedrigen Einkommen. Gläubiger drängten schneller als früher auf Zwangsvollstreckungen.

Beratung gilt als möglicher Weg aus dem Teufelskreis. Kreditraten und unbezahlte Rechnungen werden geprüft. Es wird nach Regelungen zur Schulden-Tilgung gesucht, manchmal können Zahlungen gestundet oder geringere Raten vereinbart werden. In Sachsen-Anhalt gibt es ein flächendeckendes Netz von Beratungsstellen. Träger sind neben den Landkreisen Sozialverbände wie Caritas oder Arbeiterwohlfahrt.

Während im Land Interessenten mittlerweile oft einige Wochen auf eine ausführliche Beratung warten, ist die Situation bundesweit noch krasser. Bundesregierung und Sozialverbände sprechen von bis zu zwei Jahren Wartezeit. Verbraucherschützerin Emmrich fordert parallel zur Beratung mehr Prävention. Jugendliche müssten den Umgang mit Geld lernen: "Diese Themen müssen im Unterricht behandelt werden."


    
    
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