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Stadtwirtschaft Halle

Mitarbeiter zapfte Überschuss-Konto aus Müllgebühren an

VON Steffen Reichert, 14.06.05, 22:17h, aktualisiert 14.06.05, 22:30h
Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler
Halles Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (Foto: MZ)
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Halle/MZ. Die in Halle veruntreuten Müllgebühren in Höhe von mehreren hunderttausend Euro stammen von einem Überschuss-Konto der Stadtwirtschaft. Nach Informationen der MZ unterhält das Unternehmen seit etlichen Jahren ein Geschäftskonto, auf das als Folge von Todesfällen oder Vorauszahlungen zu viel entrichtete Müllgebühren fließen. Weil über das Konto keine weiteren Aktivitäten abgewickelt werden, konnte ein Mitarbeiter der Stadtwirtschaft seit Jahren unbemerkt Beträge auf sein Privatkonto überweisen. Die Kriminalpolizei hat inzwischen Transfers in Höhe von mindestens 500000 Euro nachgewiesen. Die Stadtwirtschaft konnte dazu am Dienstag nicht mehr befragt werden.

Nach MZ-Informationen handelt es sich bei den dort lagernden Millionenbeträgen um Überzahlungen, die zum Beispiel durch Todesfälle zustande kommen. Werden die Beträge von den Hinterbliebenen nicht zurückgefordert, behält sie das Unternehmen ein.

Bekannt geworden war das Vorgehen durch Ermittlungen gegen den 42-jährigen Mitarbeiter B., der von diesem ihm unterstehenden Konto Hunderttausende Euro abzweigte. Der fristlos gekündigte Mitarbeiter, der mit dem Geld seine Bingo-Spielsucht finanzierte, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft geständig. "Er ist sehr kooperativ", sagte Behördensprecher Klaus Wiechmann. Es werde wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

Halles Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) kündigte auch eine Überprüfung der Frage an, "auf welche Weise die betriebsinternen Kontrollen über Jahre umgangen werden konnten". Eine finanzielle Mehrbelastung der Hallenser sei jedoch ausgeschlossen. Das Unternehmen müsse die entstandene finanzielle Lücke selbst ausgleichen.


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