Thüringen
Polizei ist häufig im Zwielicht
erstellt 06.04.05, 18:41h
Erfurt/MZ/sre. Seit einiger Zeit
rücken mehrere Vorfälle die Polizei von Thüringen
ins Zwielicht - und das nicht zum ersten Mal.
1. April 2005: Ein Lkw-Fahrer starb
in Bad Salzungen, nachdem auf der B19 ein
Amokfahrer mehrere Pkw gerammt und schließlich
in den von der Polizei als Straßenblockade
genutzten Lkw eines anderen Fahrers gerast
war. Die SPD im Erfurter Landtag fordert nun
Aufklärung, warum die Polizei sich nicht selbst
in die Fahrerkabine setzte. "Wir wollen auch
wissen, ob der Betroffene über die Risiken
informiert wurde", so Fraktionssprecherin
Marion Wolf.
2. April 2005: Für große Irritationen
sorgte am Wochenende ein Skinheadkonzert mit
weit über 1000 Teilnehmern in Pößneck. Es
fand nach dem Parteitag der rechtsextremistischen
NPD statt und wurde über Stunden nicht aufgelöst,
weil die Polizei angeblich nicht genügend
Beamte vor Ort hatte. PDS-Innenexperte Roland
Dahlmann spricht von einem "totalen Versagen
von Polizei und Verfassungsschutz".
Bereits heute wird die Parlamentarische Kontrollkommission
des Landtags, zuständig für die Geheimdienstüberwachung,
in vertrauliche Runde die Vorgänge um Pößneck
debattieren. Morgen kommt der Innenausschuss
zusammen, um über beide Vorgänge zu reden.
Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der
Innenminister auch zu den Vorgängen in Rudolstadt
Stellung bezieht.
Januar 2005: Gegen 345 Polizisten
werden Ermittlungen wegen des Verdachts der
Verbreitung von Pornografie eingeleitet. Auf
den Dienstrechnern waren solche Bilder sichergestellt
worden.
Juni 1999: In Heldrungen wird irrtümlich
wurde in einem Hotel irrtümlich ein Kölner
Tourist von der Polizei erschossen, weil er
für den flüchtigen Schwerverbrecher Dieter
Zurwehme gehalten wurde.
1997: Polizei-Informationen über anstehende
Razzien kursieren im Erfurter Rotlicht-Milieu.
Die "Rotlicht-Affäre", wie dieser Skandal
seitdem genannt wird, führte zur Ablösung
des LKA-Chefs.












































