Feuertod eines Afrikaners
Feierlicher Abschied von Oury Jallow
Tragödie in Dessauer Zelle: Ermittlungen gegen zwei Polizisten dauern an
erstellt 23.03.05, 13:50h

Oury Jalloh aus Sierra Leone starb am 7. Januar im Dessauer Polizeigewahrsam. (Foto: Attac)
Dessau/dpa. Fast drei Monate nach dem tödlichen Zellenbrand
in einem Dessauer Polizeirevier, bei dem ein Afrikaner starb, gibt
es eine Trauerfeier für den Asylbewerber. Freunde, Bekannte und
Dessauer Bürger versammeln sich am Samstag auf dem Zentralfriedhof,
um Abschied von dem 21-Jährigen zu nehmen. Die Ermittlungen gegen
zwei Polizisten dauern unterdessen an, wie die Staatsanwaltschaft am
Mittwoch auf Nachfrage mitteilte. Der Afrikaner hatte in der Zelle
offenbar die Matratze angezündet und einen tödlichen Hitzeschock
erlitten.

Die Zelle im Keller des Polizeireviers in Dessau, in der der 21-jährige Afrikaner starb. (Foto: MZ)
Nach Zeugenvernehmungen und Rekonstruktion der Geschehnisse des
7. Januar hatte die Staatsanwaltschaft den Tatverdacht gegen einen
der Polizisten fallen gelassen. Den Ermittlungen zufolge sei es
unwahrscheinlich, dass er beim Absuchen des Mannes das Feuerzeug
übersehen habe, mit dem der Afrikaner später den Brand auslöste.
Unklar sei weiterhin, ob der Dienstgruppenleiter nach Anschlagen
des Rauchmelders noch eine Möglichkeit gehabt hätte, den Mann aus
dem Feuer zu retten. Gegen ihn besteht der Verdacht der
Körperverletzung mit Todesfolge. Gegen einen weiteren Polizisten
wird noch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Mit einem Abschluss
der Ermittlungen wird nicht vor April gerechnet.












































