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Landtag

Feuertod in der Zelle sorgt für heftigen Streit

Debatte über Vorgänge in Dessau - Jeziorsky weist Vorwürfe der PDS zurück

erstellt 03.03.05, 20:19h, aktualisiert 03.03.05, 20:21h
Zelle im Keller des Polizeireviers in Dessau
Die Zelle im Keller des Polizeireviers in Dessau, in der der 21-jährige Afrikaner starb. (Foto: MZ)
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Magdeburg/MZ/sre. Der Feuertod eines 21-jährigen Asylbewerbers im Dessauer Polizeigewahrsam hat im Landtag zu einem heftigen Schlagabtausch geführt. Zwar bedauerten Vertreter aller Fraktionen den Tod von Oury Jallow, der im Januar unter noch ungeklärten Umständen in der Zelle verbrannte. Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU) wies jedoch Vorwürfe der PDS zurück, wonach Ermittlungen zu spät und erst auf öffentlichen Druck hin intensiviert worden seien. Der PDS-Innenexperte Matthias Gärtner hatte zuvor gesagt, dass der aus Sierra Leone stammende Mann bei pflichtgemäßem Handeln der Polizei noch leben könnte.

Für Aufregung sorgte eine Rede des CDU-Abgeordneten Erich Reichert. Er hatte sinngemäß erklärt, dass Fragen nach der Persönlichkeit eines Menschen erlaubt sein müssten, der morgens mit drei Promille Alkohol im Blut aufgegriffen worden sei. Reichert spielte damit darauf an, dass Jallow bei seiner Festnahme alkoholisiert gewesen war. PDS-Fraktionschef Wulf Gallert hielt dagegen, dass die Würde des Menschen nicht relativierbar sei. SPD-Rechtsexperte Bernward Rothe kritisierte, dass die Ermittlungen erst aufgrund des in den Medien erzeugten öffentlichen Drucks forciert worden seien. Außerdem sei die Information der Parlamentarier zunächst nicht ausreichend gewesen.

Guido Kosmehl (FDP) sagte, eine Bewertung sei erst nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sinnvoll.


    
    
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