Fusion im Fußball
Hallenser flirten mit dem «Kragen»
Stadt und Saalkreis favorisieren Zusammenschluss - Drei Varianten
VON Christian Leopold, 31.01.05, 20:16h

Was in der Landesklasse schon seit Jahren der Fall ist, könnte auch eine Spielklasse tiefer Usus werden: Partien zwischen Teams aus dem Saalkreis und aus Halle (hier Löbejün/grün gegen Nietleben). (MZ-Foto: Andreas Löffler)
Halle/MZ. Der Fußball-Landesverband Sachsen-Anhalt bekommt in den nächsten Jahren schlankere Strukturen. Unterhalb der Verbandsliga soll es schrittweise bis 2010 nur noch zwei Staffeln in der Landesliga und sechs in der Landesklasse geben.
Einschneidender werden die nötigen Änderungen auf Kreisebene. Durch Fusion der Kreise werden auch die Kreisfußballverbände (KFV) zusammen wachsen und ihre Ligen den neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Die Hallenser gehen dabei von einem Zusammenschluss mit Merseburg-Querfurt und dem Saalkreis aus.
Die drei KFV-Präsidenten Wolfgang Tiffert (Halle), Jürgen Schauseil (Merseburg-Querfurt) und Frank Nicolai (Saalkreis) haben dafür drei Varianten entwickelt, die den Vereinen im Dezember zur Diskussion zugesandt worden. Die Frist für Änderungsvorschläge endet jetzt. Klar ist, dass diese Region künftig zwei Aufstiegsplätze zur Landesklasse erhalten wird. Einer davon ist fest an Halle vergeben, wenn der KFV selbstständig bleibt. Dies sehen jedoch nur die Varianten eins und zwei vor, die das Präsidenten-Trio Ende letzten Jahres entwickelt hat. Das sind die drei Modelle:
1. KFV Halle bleibt selbstständig, erhält einen Aufstiegsplatz. Die KFV Saalkreis und Merseburg-Querfurt fusionieren und bilden eine "Kreis-Oberliga". Der dortige Meister steigt ebenfalls auf.
2. KFV Halle bleibt selbstständig, erhält einen Aufstiegsplatz. Die KFV Saalkreis und Merseburg-Querfurt fusionieren zwar, behalten aber ihre eigenständigen Ligen. Die beiden Staffelsieger spielen den Aufsteiger aus.
3. Die KFV Halle und Saalkreis fusionieren, bilden eine "Kreis-Oberliga", der Meister steigt auf. Der KFV Merseburg-Querfurt bleibt selbstständig und erhält den zweiten Aufstiegsplatz für seinen Meister.
"Wir können und wollen den Vereinen nicht vorschreiben, wie es weitergeht. Deshalb sollten sie sich jetzt auch positionieren", sagt Wolfgang Tiffert, flirtet aber offen mit dem "Kragen" von Halle. "Ich halte eine Fusion mit dem Saalkreis am sinnvollsten. Unser Fußball schmort seit Jahren im eigenen Saft, würde durch den Saalkreis neu belebt. Es wäre einfach mal etwas Neues", denkt der hallesche KFV-Chef. Das sieht auch Frank Nicolai so: "Wir wissen, dass wir nicht solo bleiben. Deshalb ist auch von den Entfernungen her ein Zusammengehen mit Halle wirtschaftlicher als eine Fusion mit Merseburg-Querfurt."
Skeptiker melden sich auch schon zu Wort. Sie bemängeln vor allem die steigenden Fahrt- und Schiedsrichterkosten bei einer Fusion mit dem Saalkreis. "Deshalb ist die ESG dagegen", sagt Lutz Blömeke, Lok-Abteilungsleiter.












































