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Tod in der Zelle

Ermittler fanden die Reste eines Feuerzeuges

PDS kündigt Debatte im Landtag an - Noch sind viele Fragen offen

VON Steffen Reichert, 16.02.05, 21:32h, aktualisiert 16.02.05, 21:42h
Magdeburg/MZ. Reste eines Feuerzeugs wurden bei den Ermittlungen nach dem Tod des Asylbewerbers Oury Jallow in einer Dessauer Polizeizelle gefunden. Man gehe davon aus, dass mit dem Feuerzeug der Brand ausgelöst wurde, durch den Jallow starb, so der Chef der Staatsanwaltschaft Dessau, Folker Bittmann. Es gebe "keine Hinweise auf eine andere Ursache". Wie das Feuerzeug in die Zelle kam, sei weiter unklar.

Landespolitiker sehen im Zusammenhang mit dem Tod des afrikanischen Asylbewerbers weiter großen Aufklärungsbedarf. Das wurde in einer Sitzung von Innen- und Rechtsausschuss deutlich. "Trotz einiger Antworten sind viele Fragen offen geblieben", sagte SPD-Innenexperte Bernward Rothe. Jallow war im Januar durch einen Brand in einer Zelle getötet worden, die Umstände sind rätselhaft (siehe "Verbrannt in der Zelle"). Gegen drei Polizisten wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise der fahrlässigen Tötung ermittelt (die MZ berichtete).

Rothe kritisierte Polizei und Staatsanwaltschaft, weil "die Ermittlungen offensichtlich erst wegen des erheblichen Mediendrucks intensiviert" worden seien. PDS-Innenpolitiker Matthias Gärtner nannte als wichtigste neue Erkenntnis, dass der Brandmelder im Dienstraum im September 2004 repariert worden sei. Der Knopf war am fraglichen Tag von Polizisten mit der Begründung mehrfach abgestellt worden, es habe immer wieder Fehlalarme gegeben. "Jeder wusste also, dass die Alarmanlage funktionierte", so Gärtner. Er kündigte eine Landtagsdebatte.

CDU-Rechtsexperte Holger Stahlknecht sagte, eine politische Bewertung sei erst nach Ende des Ermittlungsverfahrens möglich. Guido Kosmehl (FDP) verwies darauf, dass das Innenministerium mit der Suspendierung eines Polizisten "zügig reagiert" habe. Man müsse nun die Ermittlungen abwarten. Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, sprach in Berlin von bestürzenden Fehlern der Polizei. Kommentar Seite 4


    
    
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