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Familienbetrieb Rupa-Druck wird 75 Jahre alt

VON Oliver Schröter, 25.01.05, 18:41h, aktualisiert 25.01.05, 21:49h
Mitarbeiter der Druckerei Rupa-Druck
Acht Mitarbeiter beschäftigt die Dessauer Druckerei Rupa-Druck derzeit. Das Familienunternehmen, das in der Friedrich-Naumann-Straße zu finden ist, wird von Thomas Pausch (rechts) geführt. (Foto: O. Schröter)
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Dessau/MZ. "Wenn der Mensch nicht über das nachdenkt, was in ferner Zukunft liegt, wird er das schon in naher Zukunft bereuen." Das Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius (551 v. Chr.) prangt auf der Chronik der Firma Rupa-Druck in der Friedrich-Naumann-Straße 11 und bescheinigt ihrem Gründer ungeahnte Weitsicht. Denn vor gut 75 Jahren hat eine ganz besondere Geschichte begonnen: "Am 29. Dezember 1929 unterschrieb Rudolf Pausch die Kaufakte über den Erwerb der in Konkurs geratenen, dem ehemaligen Hugenberg-Konzern zugehörigen Druckerei Anhaltische Rundschau", so beschreibt dessen Sohn Lothar, inzwischen 77 Jahre alt, in der Firmenchronik den Startpunkt der Druckerei.

Seit dieser Zeit ist die Firma fest in der Hand der Dessauer Familie Pausch, mittlerweile in dritter Generation. Die vierte Generation steht auch schon bereit. Matthias ist 27 und als Schriftsetzer im Betrieb seiner Familie beschäftigt.

Auch für ihn stand schon früh fest, irgendwann in der Familiendruckerei zu arbeiten. "Schon alls Kind wollte ich das werden, was mein Vater ist. Ich fühlte mich da aber nicht unter Druck gesetzt", sagt er und ein wenig Stolz auf die Familiengeschichte schwingt da durchaus mit. Auch Thomas Pausch, momentan Inhaber des Betriebes, ist stolz auf das, was seine Vorgänger unter teilweise widrigen Bedingungen geschaffen haben. Sein Vater Lothar schreibt in der Chronik: "Der Anfang war wirtschaftlich gesehen keinesfalls Hoffnung verheißend. Es brauchte viel Kraft, um aus dem speziell für den Zeitungsdruck eingerichteten Betrieb wieder ein rentables und gesundes Unternehmen zu machen."

Nachdem das geschehen war, lief das Geschäft gut an. Die Drucklegung der Zeitschriften für die Industrie- und Handelskammer oder die evangelischen Kirchenämter gehörte zu den Aufgaben der jungen Druckerei. Aber auch die großen Industriebetriebe wie Junkers gehörten zum Kundenkreis. Nach der behördlichen Stilllegung des Betriebes und der beinahe vollständigen Zerstörung während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg auf Dessau stand die Firma wieder bei null. "Doch feststand, dass es weitergeht, schließlich wollten wir unsere Selbständigkeit und Unabhängigkeit bewahren", sagt Lothar Pausch. Also wurden die zerstörten Maschinen repariert, das Haus wieder aufgebaut.

Schon zwei Jahre später arbeiten zehn Mitarbeiter und zwei Lehrlinge in der Druckerei. In den folgenden Jahrzehnten ist das Hauptgeschäft von Rupa-Druck die Getränkeindustrie. Etiketten für die einheimischen Spirituosen-Hersteller in den Fünfzigern. Ab den Sechzigern prangten die in der Friedrich-Naumann-Straße gedruckten Schriftzüge und Logos auf zahllosen Säften, Limonaden und Colas - bis zur Wende. "Die war auch für unsere Firma die Wende. Es dauerte nur wenige Monate, bis ein Großteil unserer alten Kunden uns nicht mehr brauchte, auch weil sie nicht mehr gebraucht wurden." Noch einmal musste von vorn angefangen werden. Seitdem werden Drucksachen aller Art für die Dessauer erledigt. Neue Druckverfahren brachten auch neue Kunden und die Firmengeschichte geht weiter. Heute ernährt Rupa-Druck acht Menschen. "Man muss sich am Kunden orientieren und flexibel sein", fasst Thomas Pausch die Firmenphilosophie zusammen. Sohn Matthias nickt bestätigend und wirkt gelassen. Auch in Zukunft wird in der Friedrich-Naumann-Straße gedruckt werden.


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