Polizeirevier
Feuer in Dessauer Polizeizelle tötet einen Asylbewerber
Ursache des Brandes ist unklar - Rettung scheiterte an starker Rauchentwicklung
erstellt 07.01.05, 22:30h, aktualisiert 27.05.05, 21:22h
Dessau/MZ/age. Bei einem Brand
im Dessauer Polizeirevier ist am Freitag ein
21-jähriger Mann aus Sierra Leone ums Leben
gekommen. Die Polizisten hatten gegen 12.05
Uhr nach einem Feueralarm versucht, den wenige
Stunden zuvor in Schutzhaft genommenen Mann
aus seiner Zelle zu retten. Dies sei ihnen
wegen starker Rauchentwicklung nicht gelungen,
sagte Polizeisprecher Marcus Benedix. Bei
Eintreffen der Feuerwehr war der Rauch vom
Zellentrakt im Keller bis ins Treppenhaus
gestiegen.
Dessaus Polizei macht zu den Ursachen des
Feuers keine Angaben. Die Untersuchungen hat
die Polizeidirektion Stendal übernommen. Die
Ermittlungen werden von der Tatortgruppe des
Landeskriminalamtes unterstützt, die bis zum
Abend Spuren sicherte. Da ein technischer
Defekt in der Zelle ausgeschlossen wird, bleibt
offen, wie es zu dem Feuer kommen konnte und
warum der Brandmelder zu spät Alarm auslöste.
Die Zelle soll noch wenige Minuten vor dem
Feuer kontrolliert worden sein. Bei dem Opfer,
dessen Kleidung gebrannt haben soll, handelt
es sich um einen Asylbewerber aus Roßlau.
Nach Polizeiangaben hatte er im Stadtgebiet
mehrere Frauen bei ihrer Arbeit belästigt
und Widerstand gegen hinzugerufene Polizisten
geleistet. Daraufhin sei er in Schutzhaft
genommen worden.
Vor zwei Jahren hatte es schon einmal einen
Toten in einer Zelle des Polizeireviers gegeben.
Das Opfer war ein alkoholisierter 36-Jähriger,
der Stunden vor seinem Tod verletzt aufgefunden
wurde. Ein Arzt attestierte Gewahrsamstauglichkeit.
Der Mann starb kurz darauf an inneren Verletzungen.












































