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Starker Qualm im Zellentrakt

21-Jähriger stirbt: Ermittlungen im Revier - Technischer Defekt ausgeschlossen

VON Annette Gens, 07.01.05, 20:06h, aktualisiert 08.12.08, 18:49h
Polizeirevier Dessau
Spät am Abend brannte noch in vielen Zimmern Licht: Im Dessauer Polizeirevier in der Wolfgangstraße starb am Freitag ein junger Mann bei einem Feuer. (Foto: Thomas Steinberg)
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Dessau/MZ. Dessaus Berufsfeuerwehr konnte nicht mehr helfen. Die Sicht im Keller des Polizeireviers in der Wolfgangstraße war gleich Null. Akribisch suchten die Kameraden nach dem Brandherd, der seinen Qualm bis ins Treppenhaus und ansatzweise in erste Beamtenstuben drückte. Das Feuer wurde am Ende in einer der Gewahrsamszellen ausgemacht. Zu diesem Zeitpunkt kam für einen Mann aus Sierra Leone jede Hilfe zu spät. Der 21-Jährige saß dort seit dem Vormittag ein. Der junge Roßlauer Asylbewerber starb am Freitag in der Gewahrsamszelle des Dessauer Polizeireviers.

Das Feuer war gegen 12.05 Uhr im Keller des Reviers durch einen Feueralarm bemerkt worden. "Polizeibeamte versuchten noch, den Brand zu löschen, gelangten aber infolge der starken Rauchentwicklung nicht mehr bis in die Zellen vor", erklärte Polizeisprecher Markus Benedix von der Polizeidirektion Dessau. Die Feuerwehr war da längst alarmiert.

Nicht Dessaus Polizeidirektion ermittelt jetzt, sondern Beamte des 2. Fachkommissariats der Polizeidirektion Stendal reisten an, um gemeinsam mit der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Magdeburg Spuren zu sichern, um aufzuklären, wie es zu dem Feuer in einer der Gewahrsamszellen kommen konnte.

Ein technischer Defekt in den nach der Wende erneuerten Zellen wird ausgeschlossen. Um zu erfahren, was seit der letzten Kontrolle der Polizisten in der Zelle passiert ist, soll die Leiche des Brandopfers obduziert werden. Dies werde laut Benedix zu Wochenbeginn erfolgen.

Wenige Stunden vor dem Brand war der 21-Jährige in Dessaus Innenstadt in Gewahrsam genommen worden. In Höhe der Turmstraße soll er mehrere Frauen bei der Arbeit belästigt haben. Gegen die zu Hilfe gerufenen Polizisten hatte er Widerstand geleistet. Weil er sich heftig wehrte, entschieden die Beamten, dass sich der Mann in einer Zelle beruhigen soll.

Ob noch am Freitag Dessauer Polizeibeamte als Zeugen vernommen worden sind? Gerhard Fengler, Pressesprecher der Stendaler Polizeidirektion weiß es nicht. "Unsere Ermittlungen laufen unter Federführung der Dessauer Staatsanwaltschaft", sagte er. Die war am Abend nicht mehr zu erreichen.


    
    
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