Porträt
Pedro Santana Lopes
Selbst in den Reihen seiner konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) ist Santana Lopes umstritten. Der Vorstand machte ihn aber dennoch vor einer Woche zum neuen Parteichef und ebnete ihm damit den Weg, Nachfolger des designierten EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso zu werden. Dieser hatte seinen Jugendfreund zum Kronprinzen gemacht, als er 2001 nach mehr als zehn Jahren die sozialistische Hochburg Lissabon für die Konservativen eroberte.
«Ich werde meiner Verantwortung gerecht werden», versprach Santana Lopes mit Blick auf sein künftiges Amt. Seine Kritiker hielten ihm allerdings ein Zitat aus früheren Zeiten vor: «Ich bin in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, die sogar ich fünf Minuten vorher für unmöglich gehalten hätte.» Seine Anhänger loben indes sein rhetorisches Talent, mit dem er die Menschen mitzureißen vermag.
Als Sohn eines Buchhalters und einer Krankenschwester in Lissabon geboren, studierte Santana Lopes Jura und sympathisierte anfangs mit den Rechtsextremisten. In Deutschland studierte er ein Jahr lang Politikwissenschaften. Nach dem Ende der Diktatur 1974 schloss er sich der PSD an. Später war er Abgeordneter, Staatssekretär im Kabinett von Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (1985-1995), EU- Parlamentarier und Bürgermeister der Hafenstadt Figueira da Foz. Santana Lopes war drei Mal verheiratet und hat fünf Kinder.





















