Umgang mit Fremden
Sensibilität ist gefragt
VON Markus Decker, 14.01.04, 19:25h
Berlin/MZ. "Die Polizei ist weder gewalttätig
noch fremdenfeindlich." Das wollte Polizeigewerkschafter
Konrad Freiberg betont wissen. Nur: Das hat
Amnesty International derart prinzipiell nie
behauptet. Es gilt allerdings, sich durchaus
ernsthaft mit der Tatsache auseinander zu
setzen, dass es in Polizeirevieren und Abschiebehaftanstalten
offenbar hin und wieder zu gewalttätigen Übergriffen
kommt - namentlich gegen Ausländer.
Erstens nämlich gibt es in der Regel keinen
Anlass, die Aussagen von Opfern nicht ernst
zu nehmen. Wer wie Polizeibeamte permanent
selbst zum Opfer von Gewalt wird, sollte Sensibilität
für andere aufbringen. Zweitens lehrt die
Erfahrung, dass zuweilen eine brisante Mischung
entstehen kann - eine Mischung aus Rassismus,
der sich in einem Teil der Gesellschaft und
so auch bei der Polizei findet, sowie nachvollziehbarer
Überlastung von Beamten, die sich in Stresssituationen
entlädt. Derlei sieht man in zahllosen Krimis.
In der Realität soll es ganz ausgeschlossen
sein?
Noch einmal: Es handelt sich um Ausnahmen.
Nichts anderes erklärt Amnesty International.
Eben dies müsste der Polizei die Souveränität
geben, sich eben diesen Ausnahmen in aller
Aufgeschlossenheit zuzuwenden - im eigenen
und im Interesse der Opfer.






























