Kunst
Leipziger Maler gibt sein Archiv nach Bayern

Bei Tübke handele es sich um etwa fünf laufende Meter Papier - von der Geburtsurkunde bis zur Gegenwart. «Wir werden nicht Eigentümer, erhalten die Dokumente ohne finanzielle Gegenleistung, aber mit der Auflage, sie pfleglich zu behandeln und der Wissenschaft zugänglich zu machen.» Das Material werde aufgearbeitet und sei dann jederzeit zugänglich. Vertraglich vereinbart sei, dass die Benutzung abhängig vom Einverständnis des Künstlers ist. Der Interessent müsse also bei dem Maler eine schriftliche Erklärung einholen. Das Urheberrecht bleibe beim Eigentümer.
Das Tübke-Archiv kommt in Nürnberg in beste Gesellschaft. «In Nachbarschaft zu Kollegen wie Otto Dix, Lovis Corinth, Franz Marc, Willi Sitte, Bildhauer Gerhard Marx oder Wieland Förster.» Das Nürnberger Museum hatte nach der Wende zu Künstlern im Osten Kontakte aufgenommen und dabei auch Tübke angesprochen. Interesse besteht nach Angaben von Pese unter anderem auch am Material von Wolfgang Mattheuer oder Volker Stelzmann. «Einige Künstler geben es aber auch in Stiftungen.» Die Entscheidung Tübkes für Nürnberg bringe dem Archiv einen «gewaltigen Zuwachs an Informationen zu einem Künstler und zur Kunst in der DDR», sagte Pese. Zudem sei es ein wichtiger Beitrag zur Dokumentation zur Kunst und Kultur in Europa.
Das Archiv verwaltet schriftliche Nachlässe von bildenden Künstlern, Kunsthistorikern, Kunstsammlern, Galeristen und Architekten aus dem deutschsprachigen Raum, vorwiegend des 20. Jahrhunderts. «Es ist vergleichbar mit dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach.» Das Germanische Nationalmuseum wurde 1852 gegründet und 1871 offiziell das Nationalmuseum deutscher Kunst und Kultur. Mit über 1,2 Millionen Objekten ist es das größte kulturhistorische Museum Deutschlands.


















