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Landes-Spielbank will Spielhallen Konkurrenz machen

erstellt 15.01.04, 20:33h, aktualisiert 25.03.04, 15:00h
Videoautomaten
Videoautomaten stehen derzeit in der Spielbank Sachsen-Anhalt in Halle. Die Spielbanken des Landes wollen nun ihr Angebot erweitern. (Foto: ddp)
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Wernigerode/MZ/stk. Auf scharfe Kritik sind Expansionspläne der landeseigenen Spielbanken gestoßen. Deren Chef Hans-Jürgen Töpper hatte mitgeteilt, sein Haus werde bis Ende kommenden Jahres Spielhallen in Wernigerode und Dessau eröffnen. Dort soll es jedoch nur Räume mit Automaten geben. Rolf Fritz vom Verband der Automatenkaufleute sieht Arbeitsplätze durch die staatliche Konkurrenz gefährdet. Notwendig seien nicht staatliche Neugründungen, sondern die Liberalisierung der Landesgesetze.

Eben noch plante das Land die Privatisierung, jetzt plötzlich heißt es Kommando zurück. Sachsen-Anhalts Spielbanken in Halle und Magdeburg sollen nun nicht mehr verkauft werden. Stattdessen sei bis Ende kommenden Jahres die Neueröffnung von zwei Häusern in Wernigerode und Dessau vorgesehen, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Töpper. In beiden Orten werden danach reine Automaten-Spielbetriebe entstehen. Black Jack und Roulette hingegen seien nicht vorgesehen.

Für die privaten Automaten-Kaufleute im Land eine schockierende Nachricht, wie Rolf Fritz, Vorsitzender des Verbandes der Automatenkaufleute, beschreibt. Während Spielbankenchef Töpper neue Einnahmequellen für das Land ausmacht, befürchtet der Naumburger Unternehmer "unfaire Konkurrenz" durch die staatlichen Spielstätten. "Wir müssen Punkt 22 Uhr zumachen, die Spielbanken dürfen öffnen, so lange sie wollen."

Auch Ulf Steinforth, der in Magdeburg ein Lokal mit Geldspielautomaten betreibt, beklagt die "unterschiedlichen Startbedingungen". Er habe keine Probleme mit Konkurrenz, aber "ich muss die Leute um 22 Uhr rausschmeißen, dort dürfen sie weiterspielen".

Zumal, wenn identische Spielangebote gemacht würden, wie Rolf Fritz kritisiert. Was dort als Spielbank bezeichnet wird, sei eine ganz normale Spielhalle. Die Gewinne, die das Land sich hier verspreche, könnten einfacher erzielt werden. "Wenn wir Privaten nur bis ein Uhr öffnen dürften, entstünden sofort 800 Arbeitsplätze." Das glaubt auch Wolfgang Linde, Spielhallen-Betreiber in Wernigerode. Sein Antrag auf Erweiterung wurde jüngst von der Stadt abgelehnt. "Wernigerode sei ein Urlauberort, der keine Spielautomaten brauche, hieß es", erzählt er. Anders klingt das bei Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann. Der nennt die geplante Automaten-Spielbank des Landes am Donnerstag eine "zusätzliche touristische Attraktion, die wir begrüßen".


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