Kurt-Weill-Gesellschaft
Kommendes Festival wird von der Stadtkultur geprägt

"In Deutschland bin ich bekannt als Kulturbolschewist, meine Musik ist undeutsch, nichtarisch. Sie (die Politiker des dritten Reiches) nennen sie Asphaltmusik, weil sie die Großstadt verkörpert, was für mich ein großes Kompliment bedeutet." 1936 sagte dies Kurt Weill, im kommenden Jahr ist sein Bekenntnis Anlass, ein ganzes Fest unter das Motto "Stadtkultur" zu stellen. Eröffnet wird das Festival mit der Oper "Street Scene", von der Weill behauptete: "In 75 Jahren wird man Street Scene als mein bedeutendstes Werk ansehen." Regie führt der Künstlerische Leiter der Cincinatti Opera, Nicholas Muni.
Auch beim nächsten Weill-Fest wird es wieder einen Artist-in-Residence geben. Nach Milan Sládek konnte für 2004 die weltweit gefragte Sopranistin Christine Schäfer gewonnen werden. Mit Gastverpflichtungen in London, New York und Paris sowie ihrer diesjährigen Grammy-Nominierung zählt die Sängerin zu der ersten Riege ihrer Generation. Beim Fest in Dessau wird sie mit mehreren Auftritten zu erleben sein (Konzert, Liedmatinee, Festivalcafé), zudem wird Schäfer erstmals mit dem Palast Orchester und Max Raabe zusammen arbeiten, der auch 2004 wieder dabei ist.
Einen Abend mit neuen und alten Liedern präsentiert die israelische Sängerin Esther Ofarim im Anhaltischen Theater. Vor allem in ihren hebräischen Liedern will sie auf den jüdischen Spuren Kurt Weills wandeln. Erstmals zum Fest in die Muldestadt kommen die Münchner Symphoniker, die sich in einer Gegenüberstellung von Weills "Mahagonny-Songspiel" und Steve Reichs "City Life" dem Festivalmotto widmen.
Höhepunkt und Abschluss des Festes im nächsten Jahr ist schließlich das Wiedersehen mit dem Ausnahme-Tänzer Gregor Seyffert, der schon einmal in der Marienkirche die Weill-Fans begeisterte. Diesmal bieten Seyffert und Compagnie im Anhaltischen Theater ein Weill-Doppelprogramm mit "Der neue Orpheus" und "Die Sieben Todsünden". Dazwischen wird das Filmorchester Babelsberg als Uraufführung live zu dem Filmklassiker "Berlin: die Sinfonie der Großstadt" (1927) eine rekonstruierte Fassung von Edmund Meisels originaler Filmmusik spielen.
Kartenvorverkauf vorraussichtlich ab 15. Oktober
Informationen unter
www.kurt-weill-fest.de



















