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USA

Obama gibt der Wirtschaftskrise oberste Priorität

 
Teilnahme an G20-Finanzgipfel - Enge Zusammenarbeit mit Merkel
 
erstellt 07.11.08, 16:28h
 

Washington/Berlin/dpa. Der künftige US-Präsident Barack Obama macht die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise zur dringendsten Aufgabe: Am Freitag wollten Obama und sein designierter Vize Joe Biden sich in Chicago (US-Bundesstaat Illinois) mit den 17 Wirtschaftsberatern aus dem Wahlkampfteam treffen. Auch auf der für den Nachmittag (Ortszeit) angesetzten Pressekonferenz sollten nach Informationen der «New York Times» die Finanzkrise und die drohende Rezession im Mittelpunkt stehen. Unklar war noch, in welcher Form Obama mit den Staats- und Regierungschefs des G20-Finanzgipfels am kommenden Wochenende zusammen treffen würde. Am Montag wird der amtierende Präsident George W. Bush seinen Nachfolger im Weißen Haus empfangen.

Unter den 17 Wirtschaftsberatern Obamas befinden sich nach Informationen des Fernsehsenders ABC frühere Minister sowie Spitzenmanager von US-Firmen wie Xerox, Time Warner, Google und der Hyatt Hotel-Gruppe. Der Milliardär und Obama-Unterstützer Warren Buffett werde telefonisch an dem Treffen teilnehmen. Für die US-Wähler waren laut Umfragen die Wirtschaftsprobleme das wichtigste Thema bei ihrer Wahlentscheidung. Am Freitag veröffentlichte das US-Arbeitsministerium die jüngsten Arbeitslosenzahlen, denen zufolge die Quote im Oktober auf 6,5 Prozent gestiegen ist.

Bereits am Donnerstag hatte Obama mit neun Staats- und Regierungschefs, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel, telefoniert. Merkel und Obama hätten vereinbart, bei der Bewältigung der Finanzkrise und von Konflikten in aller Welt eng zusammen zu arbeiten, berichtete Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. Die Kanzlerin und Obama hätten eine Kooperation auch bei der Stabilisierung Afghanistans, dem Klimaschutz und beim Umgang mit dem iranischen Atomprogramm verabredet.

Obama arbeitete weiter an der Zusammensetzung seines Mitarbeiterstabs im Weißen Haus sowie der Besetzung des Kabinetts. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Am Donnerstag hatte er als neuen Stabschef im Weißen Haus den demokratischen Kongressabgeordneten Rahm Emanuel ausgewählt. «Niemand, den ich kenne, kann die Aufgaben besser schaffen als Rahm Emanuel», sagte Obama. Der 48-jährige Emanuel war bereits in den 90er Jahren Berater für den damaligen Präsidenten Bill Clinton.

In Washington wurde vor allem weiter über die Besetzung des wichtigen Finanzressorts spekuliert. Unter anderem kursierten die Namen des New Yorker Fed-Chefs Timothy Geithner, Ex-Finanzministers Lawrence Summers und Ex-Notenbankchefs Paul Volcker.

Nach der Pressekonferenz am Freitag wollten sich Obama und seine Familie nach Informationen von ABC zu Hause in Chicago kurz von den Strapazen des Wahlkampfs und der Siegesfeiern erholen. Die Familie werde dann im Dezember noch in Hawaii - der Heimat von Obamas kürzlich verstorbener Großmutter - Urlaub machen. Obama wird am 20. Januar vereidigt und dann mit Frau und den zwei Töchtern ins Weiße Haus einziehen.

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