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Mitteldeutsche Zeitung | Tierquälerei in Sangerhausen: Katze lebendig in Biotonne „entsorgt“
21. February 2014
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Tierquälerei in Sangerhausen: Katze lebendig in Biotonne „entsorgt“

Katze

Pitschnass war die Katze, nachdem sie aus der Tonne geholt wurde.

Foto:

Privat

Sangerhausen/MZ -

Erneut hat sich ein schwerer Fall von Tierquälerei ereignet. Eine pitschnasse Katze ist in einer Biotonne in der Sangerhäuser Glück-Auf-Straße entdeckt worden, eingeschnürt in einen Stoffbeutel und zwei Plastiktüten. Tierarzt Dr. Klaus-Otto Zirkler, der mit dem örtlichen Tierheim zusammen arbeitet und der Katze noch zu helfen versuchte, sieht darin einen „eklatanten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“. Ähnlich äußert sich Stadtsprecherin Marina Becker: „Man sollte Tiere nicht vermenscheln, aber sie so zu misshandeln und zu quälen, das geht gar nicht.“

Das leise, klägliche Maunzen

Den Anblick der kleinen Katze, weiß Grit Blättermann aus Sangerhausen, wird sie kaum je vergessen können. Spätabends hat sie mit ihrer Freundin das leise, klägliche Maunzen aus einer Biotonne in der Glück-Auf-Straße gehört. Im Keller schnitten sie die verschnürte Tüte auf: „Wir waren entsetzt. Die Katze war pitschnass und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Ich habe schnell eine Hundedecke aus der Wohnung geholt, darin haben wir sie eingehüllt.“ Sie verständigten Polizei und Ordnungsamt, ihre Freundin brachte die Katze ins Tierheim im Eschental. Dr. Zirkler versorgte sie dort: „Sie war total unterkühlt, dadurch war das Kreislaufsystem gestört.“ Es sei eine Hauskatze gewesen, grau getigert mit einem braunen Schnäuzchen, sehr leicht, höchstens ein dreiviertel Jahr alt.

Am nächsten Tag ist sie gestorben. „Wir wollten nach ihr sehen, hatten sogar über Facebook schnell drei Interessenten gefunden, die sie nehmen wollten“, sagt Grit Blättermann traurig. Und sie ist sehr empört darüber, wie manche Menschen mit Tieren umgehen. Dr. Zirkler bestätigt: „Brutalitäten gibt’s genug. Vor anderthalb Jahren hat jemand in Dittichenrode einer Katze direkt überm Auge in den Kopf geschossen.“

"Verbrennungen, Schussverletzungen, Brüchen durch Knüppelschläge"

Auch wenn er Tiere untersuche, finde er öfter mal - sozusagen als Nebenbefund - eine Luftgewehrkugel. Ähnliches schildert Rüdiger Hundt vom Tierheim Gehofen, mit dem die Stadt Allstedt zusammenarbeitet: „Dass Katzen ertränkt werden, hört man öfter mal. Wir hatten hier schon Tiere mit Verbrennungen, Schussverletzungen, Brüchen durch Knüppelschläge oder Tiere, die mit Draht stranguliert worden sind.“

Vielleicht hat ja jemand beobachtet, wer die kleine Katze „entsorgt“ hat. Das Tierschutzgesetz sieht für solche Taten harte Strafen vor: bis zu fünf Jahre Haft.


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