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Therapiehund: Daya hilft Adriana

Therapeutin Yvonne Schneidewind-Demny mit Daya

Therapeutin Yvonne Schneidewind-Demny mit Daya, der Chinesischen Faltenhündin.

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Ralf Kandel

Sangerhausen/MZ -

Eine Tiergestützte Therapie könnte der Sangerhäuserin in ihrer Entwicklung weiterhelfen. So etwas kostet natürlich Geld. Deshalb soll am 16. und 17. März ein Benefizschwimmen für Adriana stattfinden. Mit dem Erlös könnte dann diese Therapie im Zentrum für Physio- und Ergotherapie Schneidewind in Sangerhausen finanziert werden. „Meine Kollegin hatte die Idee mit Therapiehunden zu arbeiten“, erklärt Yvonne Schneidewind-Demny, wie sie vor einigen Jahren auf die Idee kam, Therapiehunde einzusetzen. Die erste tierische Kollegin war die Hündin Sue, die altersbedingt nicht mehr aktiv in der Praxis arbeitet. Da auch Frau Schneidewind-Demny sehr tierlieb und ein großer Hundefreund ist, holte sie vor drei Jahren Daya zu sich. Daya ist eine chinesische Faltenhündin. Sie eignet sich durch ihre ruhige, ausgeglichene und menschenfreundliche Art besonders gut für den Einsatz als Therapiehund. „Allerdings ist auch manchmal eine gewisse Sturheit da“, fügt Yvonne Schneidewind-Demny mit einem Lächeln an. Diese ist aber nur aus Sicht des Therapeuten ärgerlich, da man als solcher gewisse Anforderungen an seinen Beruf und den Hund als Teammitglied hat. Für den Patienten selbst ist in erster Linie der Kontakt zu Daya wichtig, und dass sie überhaupt dabei ist. Tim Wangemann vom Aquarien- und Terrarienverein „Seerose“ stellte den Kontakt zur Praxis her. Da es noch keinen Kontakt zur Patientin selbst gab, kann die Therapeutin über den Behandlungsverlauf bislang nichts Spezifisches sagen. Dabei sind der Erstkontakt und das Kennenlernen des Patienten entscheidend, um einen genauen Behandlungsplan zu formulieren. „Es muss immer abgewartet werden, wie sich das Kind und der Hund verstehen und wie Letzterer dann eingesetzt werden kann“, so die Therapeutin.

Im Zentrum für Physio- und Ergotherapie arbeitet neben Daya noch ein zweiter Hund, ihre kleine Schwester Frieda. Beide Tiere sind vom Charakter her sehr unterschiedlich. Je nach Verhalten und Gemüt des Patienten wird dann der Hund ausgewählt. Dabei muss nicht zwangsläufig ein ruhiger Hund mit einem stillen und passiven Patienten arbeiten. Oftmals ist es auch von Vorteil, wenn die Eigenschaften von Mensch und Tier unterschiedlich sind, um so beispielsweise einen ruhigen Patienten aus sich herauskommen zu lassen. Adriana wird beide Praxishunde kennenlernen, um zu sehen, welcher besser geeignet ist. Solch ein Erstkontakt findet normalerweise im Therapiezentrum statt. Während der weiteren Behandlung können dann auch Sitzungen bei der Patientin zu Hause absolviert werden oder auch im Freien in Form eines sogenannten Alltagstrainings.

Grundsätzlich versucht man über basale Stimulation (Aktivierung der Wahrnehmungsbereiche, Anm. d. R.) eine Bindung herzustellen, indem das Kind zum Beispiel ein Leckerli aus der Hand dem Hund überreicht. Man spricht mit dem Kind über sogenannte Hunderegeln und baut somit auch seine Verhaltensregeln auf. Ziel einer solchen Therapie ist die Förderung von Bindungsfähigkeit und sozialen Fähigkeiten, indem der Hund hilft, zwischenmenschliche Kontakte zu anderen herzustellen. Ebenso kann auch eine Sprachförderung angestrebt werden. Hauptziel ist aber, die gesamte Wahrnehmung zu schulen, das heißt nicht nur den Hund zu entdecken und zu erfahren, sondern auch sich selbst und einzelne Körperteile.

Zentrum für Physio- und Ergotherapie Yvonne Schneidewind, Friedrich-Engels-Str. 43 in 06 526 Sangerhausen. Die Praxis ist telefonisch unter 03464/ 54 46 46 zu erreichen. Mehr zum Therapiezentrum im Internet: www.ergotherapie-sangerhausen.de


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