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Sangerhausen: Überall wurde gebuddelt

Uhr | Aktualisiert 17.12.2012 15:54 Uhr
In Südwest war am 1. Juli 1972 eine Ehrentribüne aufgebaut worden (oben). 1972 entstand auch der Springbrunnen auf dem Schützenplatz (links). (ARCHIVFOTO: MZ) 
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Am ersten Juliwochenende 1972 stand Sangerhausen im Mittelpunkt der Berichterstattung der Medien. Der Ministerrat der DDR hatte für die Festveranstaltung zum Tag des Bergmanns die Berg- und Rosenstadt Sangerhausen ausgewählt.
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Sangerhausen/MZ. 

Die Vorbereitungen nahmen Monate in Anspruch. "Im ersten Halbjahr 1972 glich Sangerhausen einer riesigen Baustelle", erinnert sich Thilo Ziegler, damals Stadtrat für ÖVW (Örtliche Versorgungswirtschaft). "Überall auf Straßen, Wegen und Plätzen wurde gebuddelt. Plötzlich war Geld vorhanden. Nach und nach ging es mit der Materialbeschaffung vorwärts."

Schwerpunkt waren die Umgestaltung der Kreuzung "Scharfe Ecke", der Bau der Geh- und Radwege, die Befestigung von Parkplätzen und die Schaffung zusätzlicher Straßenbeleuchtungsanlagen. "Die "Scharfe Ecke" war die größte Baustelle", erinnert sich Ziegler. "In diesen Zusammenhang wurden zwei Gebäude auf dem alten Stiftsgut abgerissen und eine Sichtschutzmauer errichtet. Im Kreuzungsbereich mussten sämtliche Versorgungsleitungen und Kabel neu gelegt werden. Erstmalig bekam Sangerhausen dort eine Lichtsignalanlage (Ampel)." Eines der größten Probleme war für Ziegler die Beschaffung von freien Baukapazitäten. Beim Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Ballenstedt, der Meliorationsgenossenschaft Voigtstedt, beim Hoch- und Straßenbau Sangerhausen und beim Straßenbau Eisleben konnte er noch freie Kapazitäten vertraglich binden. "Die größte Gruppe der Bauleute bildeten die Feierabendbrigaden von August Köhler und Fritz Braun", erinnert sich Ziegler. "50 Personen und teilweise mehr waren an unterschiedlichen Orten eingesetzt. Zum Feierabend gab es das Geld dann auf die Hand, fünf Mark je Stunde." Offensichtlich reichte das nicht aus. Zusätzlich wurden Strafgefangene aus Volkstedt eingesetzt. Sie trugen zur Kennzeichnung gelbe Streifen auf den Ärmeln und Hosenbeinen.

Am Samstag, dem 1. Juli, war es dann endlich soweit. In Niederröblingen fand im Speisesaal der Schachtanlage Bernard Koenen die Auszeichnungsveranstaltung des Ministerrates für die Bergarbeiter aus allen Teilen der Republik statt. Das Blasorchester des Thomas-Münzer-Schachtes spielte, Junge Pioniere standen Spalier, als die rund 700 Gäste eintrafen. Darunter waren hochrangige Politiker, wie Horst Sindermann, Werner Felfe, Klaus Siebold und Kurt Singhuber. Das Mansfeld-Kombinat vertrat Generaldirektor Karl-Heinz Jentsch, den Kreis Sangerhausen Horst Wolter und Fritz Drechsler. Zu den 30 Kumpel, die mit dem Titel "Verdienter Bergmann" ausgezeichnet wurden, gehörten Horst Kaufmann und Gerhard Sido vom Koenen-Schacht und Herbert Markert vom Münzer-Schacht.

In Sangerhausen war im Stadtteil Südwest eine große Ehrentribüne aufgebaut. Tausende Zuschauer waren an den Straßenrändern dabei, als sich der große Demonstrationszug durch den Stadtteil bewegte. Volksarmee, Kampfgruppe, Zivilverteidigung und Gruppen aus allen Betrieben und Schulen gehörten dazu. Im Anschluss gab es für alle Teilnehmer eine Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Sogar eine extra gebraute Biersorte wurde an diesem Tag ausgeschenkt.

"In den Nachmittagsstunden startete im Bereich des Bergmanns in der Friedrich-Engels-Straße in der Westsiedlung ein riesiges Volksfest", erinnert sich Ziegler. Zur Unterhaltung bot das Staatliche Unterhaltungsorchester Halle die Show "Rhythmus zur Freude" auf der Freilichtbühne. Am gleichen Tag wurde die Gaststätte "Ratsklause" im Rathaus übergeben. Für die geladenen Gäste soll es Eisbein gegeben haben. "Die zweite Gaststätte, der "Ratskeller" war noch nicht ganz fertig gestellt", erinnert sich Ziegler. "Seine Eröffnung folgte etwa eine Woche später."

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