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Sangerhausen: Diplom-Theologe wegen Betrügereien zu Geldstrafe verurteilt

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 21:13 Uhr
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60-jähriger Diplom-Theologe wird wegen Betrügereien zu 7 500 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte in einem Autohaus und einem Hotel Rechnungen nicht bezahlt.
SANGERHAUSEN/MZ. 

Hermann G. macht auf den ersten Blick einen seriösen Eindruck. Man könnte den dunkelhaarigen Diplom-Theologen für einen honorigen Geschäftsmann halten, würde man sein Vorstrafenregister nicht kennen. Als Geschäftsmann hat sich der 60-Jährige aus dem Landkreis Oder-Spree in Brandenburg im vergangenen Jahr auch in Unternehmen im Landkreis vorgestellt. In einem Sangerhäuser Autohaus mietete er mehrere Fahrzeuge und einem der besten Hotels in Eisleben ein Zimmer an. Am Ende bezahlte er in beiden Fällen die Rechnungen nicht. Den Firmen entstand ein Schaden von insgesamt über 1 200 Euro, so dass G. jetzt wegen zweifachen Betruges vom Sangerhäuser Amtsgericht zu 7 500 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, worin allerdings eine Vorstrafe einbezogen ist.

Da der 60-Jährige zuvor zu Verhandlungsterminen nicht erschienen war, wurde der Mann in Handschellen ins Gerichtsgebäude gebracht. Strafrichter Sven-Olaf Zärtner hatte ihn vorsichtshalber festnehmen lassen. G. behauptet, er habe die Mietwagen in dem Autohaus bezahlt, im Gefängnis aber die Belege "natürlich nicht dabei". Die Hotelrechnungen hätten dagegen von einer Stiftung für Gehörlose übernommen werden sollen, für die er angeblich als Geschäftsführer tätig war. Sie habe in Sangerhausen ein Wohnheim für gehörlose alleinerziehende Mütter aufbauen wollen. Deshalb sei er damals hier unterwegs gewesen. Problem dabei: Die Stiftung ist bereits im Jahr 2010 aufgelöst worden. Der Angeklagte kann so nicht mehr für sie tätig gewesen sein.

Nach Angaben der Stifterin, seiner früheren Lebensgefährtin, besaß er auch nie eine Vollmacht, um im Auftrag der Stiftung handeln zu können. In dem Hotel ging damals aber eine ganze Reihe E-Mails ein, in denen sich die Stiftung angeblich verpflichtete, die von G. dort verursachten Kosten zu bezahlen. Da der Angeklagte ausdrücklich ein Zimmer mit Internetanschluss gebucht hatte, wird vermutet, dass er die Mails selbst an die Rezeption geschickt hat. Der Richter sagte in der Urteilsbegründung, er habe Sorge, dass G. mit den Betrügereien auch nach dem Urteil weitermache. Der Mann ist zehnmal einschlägig vorbestraft, hat wegen derartigen Delikten fast sieben Jahre im Gefängnis gesessen. Auch ist es den Mitarbeitern des Autohauses zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstanden ist. Denn dort hatte sich G. für 38 000 Euro einen Minivan bestellt - offenbar wohlwissend, dass er den nie bezahlen kann. Da das Geschäftsgebaren des Mannes den Angestellten komisch vorkam, war die Bestellung aber nie an den Hersteller weitergeleitet worden.

Der Diplom-Theologe selbst kündigte nach dem Prozess an, dass er seine Arbeit "zum Wohle der Behinderten " fortsetzen wolle. Am 10. Januar werde er dazu eine Pressekonferenz geben.

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