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Mitteldeutsche Zeitung | Psychiatrische Tagesklinik in Sangerhausen: Therapiehund Dana: Charmeoffensive auf vier Pfoten
20. January 2016
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Psychiatrische Tagesklinik in Sangerhausen: Therapiehund Dana: Charmeoffensive auf vier Pfoten

Ergotherapeutin Jacqueline Anskat ist immer dabei, wenn Dana zum Einsatz kommt. Die Beiden bilden ein Team.

Ergotherapeutin Jacqueline Anskat ist immer dabei, wenn Dana zum Einsatz kommt. Die Beiden bilden ein Team.

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Maik Schumann

Sangerhausen -

Ein Jahr lang schon ist die neue Kollegin in der Psychiatrischen Tagesklinik in Sangerhausen mit an Bord. Doch noch immer zieht sie alle Blicke - sowohl der Ärzte als auch der Patienten - auf sich. Weder die Männer noch die Frauen können sich ihrem natürlichen Charme entziehen. Jeder macht ihr Komplimente, ja will sie gar berühren. Ganz klar, wer Dana kennenlernt, versteht sofort warum. Sie ist nämlich nicht irgendeine Kollegin. Sie ist etwas Besonderes.

Freundlich, aufgeschlossen und verspielt

Die junge Dame, die hier in die Charmeoffensive geht, tut das auf vier Pfoten. Dana ist ein Shar Pei, ein kleiner Chinesischer Faltenhund mit braunem Fell und treuem Hundeblick. Die junge Hundedame ist drei Jahre alt. Absolut entspannt läuft sie an der roten Leine, geführt von Frauchen Jacqueline Anskat, über den Krankenhausflur. Die Beiden gibt es nur im Doppelpack. Dana hat ihr Zuhause bei Jacqueline Anskat in Friesdorf. Und die Beiden haben auch als Team die Ausbildung im Therapieausbildungszentrum in Magdeburg absolviert.

Dana schiebt ihre Hundenase geradezu behutsam in Richtung der Besucher. Vorsichtig beschnüffelt sie die Hand. Anspringen, bellen, ganz und gar knurren - alles das, was man von einem Hund erwarten würde, dazu darf sich ein Therapiehund nicht hinreißen lassen. Das würde das Ende seiner Karriere bedeuten. Die Wesensprüfung - einmal im Jahr muss Dana zum Test - ist sehr streng. „Dana muss sich in eine Ecke drängen lassen. Darf nicht erschrecken. Auch dann nicht, wenn die Situation bedrohlich auf sie wirken könnte“, beschreibt Jacqueline Anskat welche Stabilität von einem Therapiehund erwartet wird. Gleichzeitig soll ein Therapiehund aber auch freundlich, aufgeschlossen und sogar verspielt sein.

Dana muss Menschen lieben

Vor allem muss er aber eins - er muss Menschen lieben. Dieses liebenswerte Wesen sei Dana von Anfang an gewesen. Dennoch konnte ihre Ausbildung erst beginnen, als sie ein Jahr alt war. Da ganz sicher sein muss, dass sie das Wesen, das sie als Welpe zeigte, auch als ausgewachsener Hund behält. „Anders ist das Arbeiten auch gar nicht möglich“, sagt Jacqueline Anskat. Wenn Dana zum Beispiel mit zum Morgenkreis geht, dann trifft sie dort auf eine Gruppe vollkommen verschiedener Menschen. Zunächst eine Herausforderung für die Hundenase, die unendlich viele verschiedene Informationen aufsammelt und dennoch muss Dana auch hier gelassen bleiben. Ob jemand den Geruch einer Katze oder eines anderen Hundes an sich trägt - all das darf sie nicht aus der Fassung bringen. Auch nicht, dass sie vielleicht unsanft gestreichelt wird. Oder zu viel. In Erstgesprächen kann sie eine Brücke zwischen Patienten und Therapeuten sein. Man hat gleich von Anfang an ein Gesprächsthema, und die Klinik wirkt ein bisschen weniger befremdlich in Gegenwart des Therapiehundes.

Patienten entspannen sich leichter

In Krisensituationen könne Dana sogar deeskalierend wirken. Beobachtet wurde, dass es Stress abbaut, wenn jemand einen Hund streichelt, so Jacqueline Anskat. „Sie wirkt beruhigend. Die Patienten entspannen sich leichter, können sich besser konzentrieren, sind allgemein aufgeschlossener und sprechen mehr als sonst.“ Diese Beobachtung teile sie mit den anderen Mitarbeitern.

Natürlich bekommt auch Dana Auszeiten. Dafür hat sie im Büro der Ergotherapeutin ihren eigenen Rückzugsort. Und sie ist auch nur am Montag, Mittwoch und Freitag mit in der Klinik. An den anderen Tagen hat sie Pause und darf sich erholen. Die Fragebogen, die die Patienten nach ihrem Klinikaufenthalt ausfüllen, sprechen eine deutliche Sprache. 98 Prozent der Patienten fühlten sich in Danas Gegenwart entspannter, sagt die Ergotherapeutin. Die neue Kollegin hat sich offenbar ganz prima ins Team eingefügt. (mz)


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