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Musiker: Deutschrock vom Berg

Uhr | Aktualisiert 17.12.2012 16:23 Uhr

Sänger der Band «Boe van Berg» Alexander Bödewig (FOTO: MAIK SCHUMANN)

In der Region Sangerhausen verbirgt sich ein musikalischer Schatz: Alexander Bödewig (30) aus Edersleben, genannt Boe (Bö), und seine Band "Boe van Berg", die es seit April 2011 gibt. Die spielte kürzlich in Erfurt im Vorprogramm von Silbermond.
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Sangerhausen/MZ. 

Cornelia Fuhrmann sprach mit ihm unter anderem darüber, wer alles zur Band gehört, welche Rolle die Musik in Alexander Bödewigs Leben spielt und wie seine Eltern zu seinem Beruf stehen.

Wie war es denn, als Vorband von Silbermond in der Messehalle Erfurt zu spielen?

Boe: Es ist toll, vor vielen Leuten die Musik zu spielen. Sonst sind in den Clubs ja immer weniger Leute da als dort in dieser Halle. Man könnte sich schon dran gewöhnen.

Wie viele waren denn da ungefähr?

Boe: Anfangs hieß es 8 000, ich glaube aber, es waren 4 500 bis 5 000, weil die so eine Riesenbühne hatten, dass die Hälfte der Halle schon weg war, auch wegen der Trucks, die dahinter standen. Aber es war schön, mal zu sehen, wie sowas funktioniert. Aber bis dahin ist es halt ein extrem langer Weg.

War das euer erstes großes Konzert?

Boe: Der Ad (Adrian Kehlbacher), also der Basser und der auch die Songs komponiert, und ich hatten vorher schon mal eine andere Band - Mister Sushi, und da hatten wir auch vor Silbermond bei der letzten Tour in Leipzig die Eröffnungsshow spielen können. Und das größte für die Band, auch von der Menschenmasse her, war der Support (Vorprogramm) für "A-ha" in Dresden am Elbufer.

Gibt es Mister Sushi noch?

Boe: Nein, die haben wir aufgelöst. Als wir die Band hatten, haben wir uns oben auf dem Berg in Wallhausen getroffen und Songs geschrieben und die angeboten. Irgendwann ist so eine Band wie eine Beziehung, die du aber nicht nur zu einer Person hast, sondern zu vier. Da musst du dann auch alle Interessen unter einen Hut kriegen und das ging letzten Endes nicht mehr.

Wer sind denn Boe van Berg?

Boe: Wir sind eigentlich nur zu zweit, so wie es auf unserem Albumcover ist. Kennengelernt haben wir uns über die erste Band. Das läuft so ab: Jeder macht die Musik für sich. Ich habe den Vorteil, dass ich gleich drauf singen kann. Ad wohnt in Dresden und schickt wunderbare Songs, da ist schon Schlagzeug drin, Piano drin oder so. Und dann sitze ich da und schreibe einen Text dazu. Ad hat in Dresden ganz viele Musikerkollegen. Über das ganze Jahr hat sich das so entwickelt, dass, wenn wir eine Anfrage kriegen, wir fragen, ob wir als Band spielen sollen oder als Duo und dann suchen wir uns die Leute raus. Wir haben drei Schlagzeuger für die Band zur Verfügung und vier Gitarristen und so. Und das ist alles ziemlich cool.

Und ihr guckt dann sicher auch, dass es passt, weil ihr jeder noch einen anderen Job habt? Oder ist das hauptberuflich?

Boe: Wir machen alle hauptberuflich Musik, aber eben nicht nur mit dieser einen Band. Ich mache zum Beispiel noch so ein bisschen Technokram. Ich spiele zusammen mit Marc DePulse aus Leipzig. Mit dem habe ich ein Lied gemacht, und das geht grad durch die Decke in dem Bereich.

Wie seid ihr als Band überhaupt dazu gekommen, das Vorprogramm von Silbermond zu bestreiten?

Boe: Eine Freundin hatte mir geschrieben, dass Silbermond einen Support suchen. Da dachte ich, ich gucke mal rein. Dann musste man einiges über sich angeben wie Facebookseite, Homepage, die letzten 20 Konzerte auflisten, eine kleine Biografie, damit die sich ein Bild machen können. Und ich bin aber ein fauler Mensch und habe einfach nur geschrieben, wir würden total gern spielen - in Erfurt, Berlin oder Leipzig. Hab' dann drei Songs angehangen, und wir haben den Zuschlag für Erfurt gekriegt. Es ist natürlich schön, dass die Musik dann überzeugt hat, weil drumherum ja nichts war. Gespielt haben wir dann sechs Titel und hatten vorher schon gesagt bekommen, dass wir auf keinen Fall über eine halbe Stunde spielen sollen. Diese halbe Stunde war sehr magisch. Wir sind aber sehr gut angekommen beim Publikum und man munkelt, dass wir unter den Top drei der Vorbands sind. Wir haben danach super viele CD verkauft.

Und wie war euer Zusammentreffen mit Silbermond selbst?

Boe: Silbermond hat das dann auch selber ausgesucht und eine Mitarbeiterin von ihrer Plattenfirma hat uns angeschrieben. In Erfurt selbst haben wir auch direkt Kontakt zu ihnen gehabt, zum Beispiel zusammen gegessen. Weil deren Schlagzeuger und unserer kennen sich noch von früher her, sie waren zu Kinderzeiten zusammen im Urlaub. Es war also schon so ein kleines Zusammentreffen, was sehr lustig war. Ich kenne das aber auch noch vom ersten Mal von Leipzig mit unserer ersten Band. Davor kannte ich Silbermond ja nur aus Musikvideos, und dann steht die ganze Band da - das war schon aufregend.

Habt ihr auch Musik studiert oder ist das aus dem Hobby entstanden?

Boe: Nee, ich hab das immer als Hobby gemacht. Mein Vater hatte ja schon früher eine Band und da bin ich als kleiner Junge mit meinem Bruder immer mitgewesen und das war sehr cool. Wir hatten früher auch eigene Bands, mein Bruder hat Schlagzeug gespielt. Und Ad hat das aber studiert an der Hochschule für Musik in Dresden, ist ausgebildeter Musiker. Dazugekommen ist er über ein klassisches Cello-Studium, hat aber die Cello-Saiten gegen Bass-Saiten getauscht. Aber er kann halt alle Instrumente spielen, ich versuche es immer nur. Deswegen sag ich auch nicht, dass ich spielen kann. Und live singe ich sowieso nur.

Und was sagt Papa? Brotlose Kunst?

Boe: Nee, gar nicht. Er findet es cool. Er ist auch auf der Platte mit drauf (Dietmar Bödewig). Die erste Nummer auf dem Album, da spielt er Mundharmonika. Und beim Ensemble für die Kurzplatte hat er auch mitgespielt. Es ist total lustig, wenn er dabei ist. Manchmal spielen wir einfach zu weit weg, aber er versucht es immer, dabei zu sein und bringt seine Mundharmonika mit - und die Mutti. Die ist schon stolz, das findet sie cool. Die Eltern stehen voll dahinter, auch bei Ad.

Habt ihr ein Management?

Boe: Nein, wir machen alles selbst. Aber ich glaube, irgendwann wird man nicht drumrum kommen. Jeden Tag ist so ein Ablauf drin, wenn man nach Hause kommt. Da stehen kistenweise CD. Wer hat bestellt, gucken, ob das Geld eingegangen ist ... Ist sehr chaotisch manchmal, aber wir machen uns gut. Ich mache den Versand, Ad die Organisation mit dem Booking. Aber das macht auch alles Spaß.

Mehr zur Band, mit Hörprobe, im Internet www.bergrepublik.net

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