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Asylbewerber in Sangerhausen: Mehr Sicherheit für Flüchtlinge

Spruch an der Eingangstür des Mehrfamilienhauses

Dieser Spruch war im September noch an der Eingangstür des Mehrfamilienhauses zu lesen.

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MAIK SCHUMANN

SANGERHAUSEN -

Nach den Attacken auf eine Unterkunft von Asylbewerbern in Sangerhausen soll ein neues Sicherheitskonzept zum Schutz der Flüchtlinge im Landkreis erarbeitet werden. Im Polizeirevier Mansfeld-Südharz in Eisleben gab es am Freitag dazu ein erstes Gespräch. Daran nahmen neben Vertretern der Polizei, des Betreuungsvereins Pegasus auch Mitarbeiter des Kreissozialamtes teil. „Hier sind eine ganze Reihe Details besprochen worden. Damit sollen derartige Dinge künftig verhindert werden“, sagte Michael Hauschild, Vorstandsmitglied von Pegasus.

Wachdienst engagiert

Der gemeinnützige Verein, der sich im Auftrag des Landkreises um Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden kümmert, hatte zuvor schon einen Sicherheitsdienst engagiert. Außerdem überwacht die Polizei das Gebäude in der Westsiedlung verstärkt (die MZ berichtete).

Der Verein Pegasus besteht seit zwei Jahren und beschäftigt nach eigenen Angaben mittlerweile zehn Mitarbeiter. Vier Betreuer werden dabei für die Asylsuchenden eingesetzt.

„In Sangerhausen hat es immer ein gutes Einvernehmen zwischen den Flüchtlingen und den Anwohnern gegeben“, sagte Hauschild. Es bestehen auch Kontakte zu Jugendeinrichtungen und Sportvereinen. Umso so überraschender seien für ihn die Vorfälle gekommen, so Hauschild.

Unbekannte hatten in der Nacht zu Dienstag versucht, einen hölzernen Tresen im Eingangsbereich des Gebäudes anzuzünden sowie fremdenfeindliche Parolen und Nazisymbole an Wände geschmiert (die MZ berichtete). Die Abteilung Staatsschutz der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, die sich mit extremistischen Straftaten befasst, ermittelt wegen Sachbeschädigung durch Brand und Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Symbole.

Zweiter Verein zur Betreuung

Im Landkreis Mansfeld-Südharz leben gegenwärtig insgesamt rund 650 Asylbewerber. Sie stammen nach Behördenangaben vor allem aus Somalia, Indien, Bosnien, Syrien, Albanien und Guinea-Bissau. Die Flüchtlinge sind in 135 Wohnungen und sogenannten Übergangsunterkünften in Eisleben, Sangerhausen und Hettstedt untergebracht.

Nach Behördenangaben könnte die Zahl der Flüchtlinge bis Jahresende noch um etwa 200 steigen. Die Kreisverwaltung versucht deshalb, noch einen weiteren Verein zur Betreuung der Menschen ins Boot zu holen. (mz)


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