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Mansfeld-Südharz: Romonta verklagt Aufsichtsräte auf Schadensersatz

Uhr | Aktualisiert 21.11.2012 20:59 Uhr
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Das Tauziehen um millionenschwere Forderungen im Zuge des Verkaufs der kreiseigenen Wertstoffaufbereitung Edersleben (WAE) beschäftigt jetzt die Justiz. Die Romonta Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Amsdorf hat beim Landgericht Halle Schadenersatzklage eingereicht.
sangerhausen/MZ. 

Das bestätigte Wolfgang Ehm, Pressesprecher der halleschen Behörde, gegenüber der MZ. "Der Streitwert liegt bei 3,5 Millionen Euro", so Ehm. Bislang hatte das Amsdorfer Unternehmen immer von fünf Millionen Euro gesprochen. Ein außergerichtlicher Vergleich war erst vor kurzem gescheitert.

Ehm bestätigte, dass sich die Forderungen gegen die beiden ehemaligen Aufsichtsräte, den heutigen Sangerhäuser Bundestagsabgeordneten Harald Koch (Die Linke) und Ernst Hofmann (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Goldene Aue und Mitglied des Kreistages Mansfeld-Südharz, richten. Ferner sollen die ehemaligen Geschäftsführer Eberhard Billich (WAE) und Matthias Quandt, der Chef der WAE-Mutterfirma Recycling und Entsorgungs-Service Sangerhausen (RES), in Haftung genommen werden. Das Quartett soll vor dem Verkauf des Unternehmens gemeinsam Lieferverträge der WAE für Hausmüll auf den Weg gebracht haben, die dann offenbar nicht eingehalten wurden.

Zum Hintergrund: 2009 war die von Insolvenz bedrohte Wertstoffaufbereitung Edersleben (WAE) vom Landkreis an die Romonta Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH verkauft worden. Das Oberlandesgericht Naumburg hatte die WAE später zur Zahlung von rund 750 000 Euro Schadenersatz samt fünf Prozent Zinsen verurteilt. Das Urteil geht auf den jetzt umstrittenen Vertrag zwischen der Wertstoffaufbereitung Edersleben und der Energie- und Verwertungszentrale Anhalt (EVZA) mit Sitz in Staßfurt über die Lieferung von Müll zurück. Das Geschäft war nicht in vollem Umfang erfüllt worden, so dass das Landgericht Magdeburg die WAE bereits zu einer Schadenersatzzahlung von rund 700 000 Euro verurteilt hatte. Dagegen war die WAE in Berufung gegangen - ohne Erfolg. Angesichts des Urteils hatte die Romonta Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH Schadenersatzforderungen angekündigt.

Ironie des Schicksals. Der Kreistag hatte noch vor kurzem einem außergerichtlichen Vergleich zugestimmt, doch ausgerechnet der Bundestagsabgeordnete Koch, der als Auslöser des Rechtsstreits gilt, hatte diesen mit einer Anzeige gegen den Landrat, die Mitglieder des Kreistages und Mitarbeiter der Kreisverwaltung wegen des Verdachts der Untreue torpediert. Koch befürchtete unter anderem einen Schaden von neun Millionen Euro - sofern der Vergleich unterzeichnet worden wäre.

Dennoch sieht Koch der millionenschweren Klage gelassen entgegen. "Wir haben das mehrfach geprüft, die Ansprüche sind verjährt", sagte der Abgeordnete der MZ. Indes könnten bei einer Verurteilung ein Teil der Schadenersatzforderungen auf den Landkreis zukommen, denn Koch war zu dieser Zeit Mitarbeiter der Kreisverwaltung und in den Aufsichtsrat abgeordnet worden. Anders sieht es bei den anderen aus. Im Fall von Hofmann decke die Versicherung Beträge bis zu einer halben Million Euro ab, hieß es.

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