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Mansfeld-Südharz: Abiturienten auf dem Weg nach China

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 09:46 Uhr
Tilman Reiche zeigt ein Bild vom Workshop, an dem die vier Schüler als Vorbereitung auf China bereits teilgenommen haben. Dabei lernten sie ein wenig die Sprache und hörten von den typischen Umgangsformen. (FOTO: RALF KANDEL) 
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Reisen bildet, heißt es. Das haben sich auch vier Abiturienten der Landesschule Pforta gedacht. Sie wollen aber gleichzeitig auch helfen und deshalb mit der Stiftung Weltklasse für vier Wochen nach China. Das Problem: Es fehlt noch Geld und die Zeit wird knapp.
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Sangerhausen/MZ. 

Reisen bildet, heißt es. Das haben sich auch vier Abiturienten der Landesschule Pforta in Schulpforte (Burgenlandkreis) gedacht. Sie wollen aber gleichzeitig auch helfen und deshalb mit der Stiftung Weltklasse für vier Wochen nach China. Das Problem: Es fehlt noch Geld und die Zeit wird knapp. Zusammen mit seinen Mitschülerinnen Elisa Schöpfe (18), Maxi Bischoff (18) und Antonia Schößler (17) ist der 17 Jahre alte Tilman Reiche deshalb auf der Suche nach Sponsoren.

Und weil der ehemalige Schollgymnasiast, der nach der neunten Klasse in das Internat nach Schulpforte wechselte, gebürtiger Sangerhäuser ist, hofft er auch auf Unterstützer aus der Heimat. "Insgesamt brauchen wir knapp 8 000 Euro, wovon wir schon 4 000 zusammen haben", erklärt er. Denn die Stiftung übernimmt zwar organisatorische Dinge, stellt aber keinerlei finanzielle Mittel zur Verfügung.



Los gehen ins Land der aufgehenden Sonne, genauer in ein Dorf in der südchinesischen Provinz Yunnan, soll es Mitte Juli. Aber nur, wenn bis Ende Mai die komplette Summe aufgebracht worden ist. "Wir wollten schon vergangenes Jahr hinfahren, da hat aber das Geld nicht gereicht. Wir sammeln also schon fast ein Jahr", sagt Tilman, der die Hoffnung nicht aufgibt, dass es dieses Jahr klappt. Allerdings sei es frustrierend, dass man bisher auf die "gefühlt tausende" E-Mails kaum Antworten erhalten habe und auch insbesondere große Konzerne nichts spenden. Deswegen setze man auf regionale Unternehmen und Personen. Man freue sich über jeden Unterstützer, müsse aber auch sagen: "Wir können dafür nichts bieten und uns nicht jedem einzeln vorstellen. Aber wir wollen beispielsweise dann Bilder schicken und sind auch verpflichtet, einen Blog zu schreiben", sagt Tilman. Man hoffe auf Unterstützer, die sich für die Erfahrung der Schüler interessieren.

Während des Aufenthaltes soll vor allem mitgeholfen werden, Bäume zu pflanzen, aber die Abiturienten sollen in der örtlichen Schule auch unterrichten. Nur wie soll die Verständigung erfolgen, keiner der Pfortenser spricht Chinesisch? "Wir hatten einen Workshop von der Stiftung, da haben wir ein bisschen Grundchinesisch gelernt und etwas über die Umgangsformen erfahren. Aber im Prinzip hieß es, wir sollen uns mit den Händen verständigen", erzählt Tilman. Je nachdem, wie viel die Menschen verstehen, wolle man auch versuchen, von der eigenen Kultur zu erzählen.

Zu seinen Beweggründen sagt er, er finde es "doof" zu sagen, er wolle die Reise machen, um einen neuen Blick zu bekommen. Denn das sage jeder. Ihm gehe es eher darum, sich wirklich auf das Land und seine Leute einzulassen, zu erfahren wie Asiaten Europa sehen und auch den hohen eigenen Standard, der hier oft als Selbstverständlichkeit gilt, zu reflektieren, um "dieses ewige Nörgeln abzustellen". Internet gibt es beispielsweise nur in den nächsten großen Stadt. Gleichzeitig gehe es aber eben auch darum, ganz konkrete Entwicklungshilfe zu leisten.

Den chinesischen Alltag kennenzulernen, haben die vier Zwölftklässler genug Gelegenheit, denn werden in Gastfamilien leben. "Das haben wir vier vorher alle noch nicht gemacht", erklärt der Schüler. Deren Gastfreundschaft sei sehr groß und man grübele schon, was man den Familien mitbringen könnte. "Hallorenkugeln oder Wein wären Ideen", sagt Tilman. Deutsche Schokolade sei im Ausland schließlich beliebt und die Landesschule habe zudem ihren eigenen Wein.

Die Region Yunnan sei für besonders scharfes Essen bekannt, sagt Tilman halb lachend, halb ängstlich. "Ich esse gern chinesisch, aber da habe ich schon ein paar Bedenken." Ansonsten überwiege bei ihm und seinen Mitstreiterinnen die Lust auf das fremde Land.

Ein Freund, der bei einer der früheren Reisen dabei war, habe ihm dazu als "Horizonterweiterung" geraten und gesagt "mach das mal." Und auch später habe er vor, längere Zeit ins Ausland zu gehen. Nach dem Abi wolle er zunächst für zwei Jahre zur Bundeswehr. Aber bevor er sich danach für ein Studium einschreibe, noch für ein halbes oder ganzes Jahr nach Lateinamerika, um dort in der Entwicklungshilfe zu arbeiten. Das sehe er aber nicht als Berufs- oder Studienwunsch an, sondern sei persönliches Interesse.

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