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Kriminalität im Landkreis Mansfeld-Südharz: Gauner verwenden Geheimzeichen

Geheimzeichen der Einbrecher

Geheimzeichen der Einbrecher

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Quelle Polizei Nordhausen/ Grafik MZ-Sandig

Sangerhausen -

Hausbesitzer sollten Obacht geben. Finden sie vermeintliche Kinderschmiereien an ihrer Hauswand, ist Vorsicht geboten. Denn es könnte sich dabei auch um sogenannte Gaunerzinken handeln, mit denen sich Einbrecher untereinander Tipps geben.

Einbruchserie im Herbst vergangenen Jahres

Auch bei der Einbruchserie im Herbst vergangenen Jahres in Oberröblingen und Edersleben und Sangerhausen sollen die Unbekannten zumindest in einem Fall solche Geheimzeichen hinterlassen haben. Ende Dezember wurden derartige Zeichen auch an einem Haus in der Straße Vor dem Lindendamm in Sangerhausen gefunden, bestätigte die Polizei. Dort hatten die Täter aber nicht eingebrochen. Wie gestern angezeigt wurde, ist an einem Block am Steinberger Weg auch ein Gaunerzinken gefunden worden.

„Solche Zeichen gibt es generell schon sehr lange“, sagt Heiko Prull, Sprecher des Polizeireviers Mansfeld-Südharz in Eisleben. Mit Zeichen an Ortsschildern, Mauern oder Zäunen habe sich früher das fahrende Volk verständigt. Kaufleute oder Handwerker sollen sich mit der Geheimsprache darüber informiert haben, wie die Chancen in dem jeweiligen Ort für ein Geschäft stehen. Später entdeckten Gaunerbanden die Möglichkeit, sich mit Kreide- oder Kohlezeichen verschlüsselte Nachrichten zu hinterlassen. Trotz moderner Kommunikationsmöglichkeiten per Handy und Internet werden die Zinken weiter genutzt.

Gezieltes Ausspähen

Bandenmitglieder spähen dabei mitunter gezielt Wohnsiedlungen aus und hinterlassen anschließend Nachrichten für Komplizen, die später vorbekommen, weiß die Polizei. Das können Hinweise sein, dass sich ein Einbruch lohnen könnte oder im Haus eine allein stehende Frau wohnt. Aber auch Warnungen vor Hunden, brutalen Bewohnern oder auf eine Polizeiwache in der Nähe werden weiter gegeben. Das Repertoire ist groß, wie unsere Grafik zeigt. Viele Diebesbanden entwickelten dabei auch ganz eigene Symbole. Das heißt: Die Zeichen könnten auch anders aussehen als die in der MZ aufgeführten. Die Polizei rät daher, aufmerksam zu sein. Wer Gaunerzinken findet, sollte sie am besten fotografieren und die Polizei informieren. „Unsere Regionalbereichsbeamten kommen dann vor Ort und prüfen den Fall“, sagt Prull. Nicht jede Schmiererei habe aber mit potenziellen Dieben zu tun. Sind es wirklich Gaunerzinken, sollten sie dann schnell entfernt werden.

Tipps der Polizei

Generell, rät Prull, sei es immer gut, wachsam zu sein. Man sollte dabei nicht nur auf das eigene Grundstück, sondern auch auf die der Nachbarn achten. „Gute Nachbarschaft ist immer der beste Schutz vor Einbrüchen.“ Generell gibt die Polizei zum Schutz vor derartigen Delikten folgende Tipps:

■ Fenster und Türen beim Verlassen der Wohnung verschließen.

■ Das Ankippen von Fenstern im Erdgeschoss nachts beziehungsweise bei Abwesenheit vermeiden.

■ Nachbarn bei längerer Abwesenheit informieren. Die sollten den Briefkasten leeren sowie ab und an das Licht ein- und ausschalten, um so die Anwesenheit der Bewohner des Hauses vorzutäuschen.

■ In Wohngebieten sollte man auf verdächtige fremde Personen und Fahrzeuge achten, sich Kennzeichen und die Personenbeschreibung einprägen und die Polizei verständigen. Außerdem könne man Leute, die im Wohngebiet unterwegs sind und nicht dort wohnen, gezielt ansprechen. Aufmerksamkeit schrecke potenzielle Diebe ab.

■ Ob Türen und Fenster tatsächlich einbruchssicher sind, kann man prüfen lassen. Das Polizeirevier bietet eine technische Beratung an. Mitarbeiter kommen dazu auch zu Bürgern nach Hause. (mz)

Terminvereinbarung unter der Rufnummer 0160/2 57 95 04.


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