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Hochschulmesse Sangerhausen: Abiturienten haben die Qual der Wahl

Uhr | Aktualisiert 18.01.2013 15:45 Uhr
Dominik Dubb will beruflich im Orchester der Bundeswehr Klarinette spielen. Hier informiert er sich bei Oberleutnant Martin Ansorge. (FOTO: MAIK SCHUMANN) 
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In rund drei Monaten machen die Zwölftklässler ihr Abitur. Doch was kommt danach? Die Hochschulmesse am Sangerhäuser Schollgymnasium soll helfen, diese Frage zu klären.
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Sangerhausen/MZ. 

Während Dominik Dubb (17) aus der 12 d einer der wenigen ist, der schon ganz konkrete Vorstellungen hat, ist sich seine Mitschülerin Laura Becker (18) bisher nur sicher, dass sie was im sozialen Bereich machen und dafür studieren will. Und während Dominik eher eine Ausnahme unter seinen Mitschülern ist, spiegelt Laura die Situation der meisten Abiturienten am Schollgymnasium wider. Die MZ hat beide auf der Messe begleitet.

"Ich würde gerne in der Gegend bleiben, hatte mich auch schon über die Uni in Erfurt erkundigt. Ich fänd' aber auch eine Fachhochschule okay", sagt Laura, als sie ihre erste Station - den Stand der Uni Magdeburg - ansteuert. Hier will Laura wissen: "Welche Fächer kann ich auf Lehramt für Gymnasium studieren?" Bereitwillig gibt ihr Susann Langer Auskunft und erklärt, dass jedes Fach immer mit Wirtschaft oder Technik zu verbinden ist. Langer selbst studiert an der Uni Magdeburg Psychologie. "Ich habe ein Fehlstudium hinter mir, eine Ausbildung gemacht, eine Weile gearbeitet und mich dann entschieden, Psychologie zu studieren", erzählt sie bereitwillig. Eine Hochschulmesse wie in Sangerhausen hätte ihr damals sicher geholfen, glaubt sie und nimmt Laura ein bisschen ihre Angst vor einer vielleicht falschen ersten Entscheidung. "Gehen Sie nach Ihren Interessen, nicht nur danach, was später Erfolg oder einen sicheren Job verspricht", rät ihr Rafael Palij, der ebenfalls den Stand betreut. Lauras Fazit: "Magdeburg ist auf jeden Fall eine Option."

Die zweite Station ist die Hochschule Magdeburg-Stendal. Hier interessiert Laura vor allem der Studiengang Soziale Arbeit. Weil das ein begehrter Studiengang ist, will sie von Jana Schieweck wissen: "Wie viele Plätze gibt es und welchen Notendurchschnitt benötigt man?" Bei 155 Plätzen, aber deutlich mehr Bewerbern, und einem zuletzt gültigen Numerus clausus (NC) von 2,2 sähe es für Laura nicht so schlecht aus. "Das Studium deckt viel ab, vor allem auch Rechtliches", erklärt Jana Schiweck, die Laura auch gleich noch spätere Berufsfelder aufzählt. Die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn im Herbst sollte die 18-Jährige allerdings für Praktika nutzen.

Dazu rät ihr auch Katja Bechow vom Bereich Schulkontakte der Hochschule Merseburg an der dritten Station. "Das erhöht die Chancen", sagt Bechow. In Merseburg kommen auf 80 Plätze im Studiengang Soziale Arbeit rund 1 000 Bewerber, der NC habe im vergangenen Jahr bei etwa 1,5 gelegen. Besser sehe es indes bei den Naturwissenschaften aus, die sich aber weniger Interesse erfreuen, so Bechow. Laura sieht die Messe positiv. "Sie hilft mir eher, als dass sie mich verwirrt", so die Schülerin.

Dominik hingegen weiß genau, was er will und das bereits seit zwei oder drei Jahren, wie er sagt. Seine Bewerbung bei der Bundeswehr hat er schon abgegeben. Dort will der begeisterte Klarinettist sein Hobby zum Beruf machen und Musiker im Militärorchester werden. Mit einem Musikstudium an der Uni in Düsseldorf und einer Verpflichtung bei der Bundeswehr für 13 Jahre. "Ich warte jetzt auf den Termin für die Prüfungen", sagt der 17-Jährige, der in wenigen Tagen 18 wird. Dann müsse er einen Sporttest absolvieren und auch eine musikalische Eignungsprüfung ist Pflicht. Durch Bekannte sei er auf diesen Berufsweg gekommen. Und obwohl, wie Oberleutnant Martin Ansorge ihm bei der Hochschulmesse versichert, die Wahrscheinlichkeit eines Auslandseinsatzes gering sei, so sei er dennoch nicht ausgeschlossen. "Das ist mir bewusst, und ich wäre auch bereit dazu", sagt Dominik. Dennoch nutzt Dominik die Gelegenheit, sich am Stand der Martin-Luther-Universität Halle nach einer Alternative zu erkundigen. Studienberater Gunter Kreis erklärt, dass die Uni das Musikstudium hauptsächlich auf Lehramt anbiete oder als Musikwissenschaft. Um Orchestermusiker zu werden, sei eine Musikhochschule vermutlich besser. "Aber leicht wird es nicht", so Kreis. Das weiß Dominik - und nun auch, dass er an der Uni Halle seinen Wunsch nicht verwirklichen kann.

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