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Grundschule in Obersdorf: Enttäuschung und Wut über Schließung

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 22:38 Uhr
Die Grundschule Obersdorf soll geschlossen werden. (ARCHIVFOTO: MAIK SCHUMANN) 
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Nach dem Beschluss zur Schließung der Grundschule Obersdorf wirft die Bürgerinitiative Ortsteile Sangerhausen (BOS) der CDU vor, die Abstimmung beeinflusst zu haben. Die Christdemokraten weisen das zurück.
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Sangerhausen/MZ. 

Irgendwo zwischen Enttäuschung und Wut haben sich die Gefühle der Mitglieder der Bürgerinitiative Ortsteile Sangerhausen (BOS) nach dem Beschluss zur Schließung der Grundschule Obersdorf am Donnerstagabend eingepegelt. So jedenfalls beschreiben es Bert Mrozik, Fraktionschef der BOS im Sangerhäuser Stadtrat, und Jürgen Gottlob, Pressesprecher der BOS am Freitag.

Mrozik ist sich sicher, dass man sich seitens der CDU auf die Abstimmung gut vorbereitet hat. Zumindest zeigte sich der BOS-Fraktionschef erstaunt darüber, dass bei der CDU genau die Leute gefehlt haben, die bei vorangegangenen namentlichen Abstimmungen gegen die Schließung der Obersdorfer Schulen waren: zum Beispiel Thomas Peckruhn, Udo Halle und Monika Rauhut.

Andreas Skrypek (CDU) wies diesen Vorwurf am Freitag weit von sich. Er habe sich für die Abwesenheit einiger CDU-Stadträte zwar nicht zu rechtfertigen, die Leute seien ordnungsgemäß entschuldigt gewesen. Weist aber jeden Vorwurf der Beeinflussung von sich. Es sei für seine Fraktion kein Problem, dass man nicht immer einer Meinung ist. Skrypek ist sich außerdem sicher, dass sich keiner der am Donnerstagabend nicht anwesenden Stadträte, seine Meinung verbieten lassen würde. "Als Ratsvorsitzender bin ich froh, dass die Entscheidung so gefallen ist. Nun müssen wir uns im Stadtrat nicht erneut mit dem Thema beschäftigen", so Skrypek.

Dass es im nächsten Schuljahr in Obersdorf keine Grundschule mehr geben wird, das ist für die BOS der Anfang einer schlechten Entwicklung der Sangerhäuser Ortsteile. "Die Ortsteile werden weiter verlieren", so Gottlob. Erst verschwanden die Bauhöfe, nun die Grundschulen, bald die Bäder. "Und dann werden die Dorfgemeinschaftshäuser hinzukommen", so Gottlob. Er sieht es als vertane Chance, dass man in der Verwaltung nicht nach kreativen Ansätzen gesucht hat, um die Grundschule zu erhalten.

Poschmann hatte den Schließungsbeschluss erneut auf die Tagesordnung gesetzt, weil er es als Gesetzesverstoß ansieht, wenn die Schule erhalten bleibt. Denn das bestehende Gesetz im Land Sachsen-Anhalt erlaube nur Grundschulen mit einer Mindestschülerzahl von 40. In Obersdorf sind es derzeit 39. Die BOS sieht diesen Gesetzesverstoß nicht, "da wir unseren Verpflichtungen, die wir als Stadt für die Weiterführung der Grundschule haben, jedes Jahr erneut geleistet haben", so Mrozik.

"Der Oberbürgermeister hätte bei dieser Thematik ein Signal für die gesamte Stadt geben können", so Gottlob, der sich zugleich bestärkt sieht, die Arbeit in der Bürgerinitiative fortzusetzen. So lange parteipolitische Interessen den Interessen der Stadt und ihrer Menschen vorgezogen würden, so lange sei auch die Arbeit der Bürgerinitiative notwendig.

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