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Fahrradhersteller aus Sangerhausen: Das Land investiert Millionen für den Mifa-Neubau

Blick in die derzeitige Produktionshalle des Fahrradherstellers Mifa-Bike in Sangerhausen.

Blick in die derzeitige Produktionshalle des Fahrradherstellers Mifa-Bike in Sangerhausen.

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Schumann

Sangerhausen -

Der knapp 20 Millionen Euro teure Neubau des Fahrradherstellers Mifa-Bike in Sangerhausen ist offenbar auf einem guten Weg. Die Arbeiten am neuen Firmensitz in der Nachbarschaft des Autobahndreiecks Südharz der A 38 und A 71 sollen in der kommenden Woche starten. Das kündigte Mifa-Bike-Eigentümer Heinrich von Nathusius am Rande eines Unternehmensbesuch von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) an. Demnach rechnet der Unternehmer noch in dieser Woche mit der Genehmigung für den Hochbau. Am Freitag soll der Kaufvertrag notariell beurkundet werden. Dann könne mit den Erdarbeiten begonnen werden.

Gesamtinvestition von 19 Millionen Euro

Das Land fördert die Investition mit 2,85 Millionen Euro. Darüber hinaus erhalte die Stadt Sangerhausen ein 90-prozentige Förderung für die 1,6 Millionen Euro teure Erweiterung des Gewerbegebietes „An der Wasserschluft“ um zehn Hektar, hieß es. Mit der Gesamtinvestition von 19 Millionen Euro am Standort Sangerhausen sollen die rund 540 Arbeitsplätze gesichert werden. „Ich bin froh, dass die fast 108-jährige Geschichte der Mifa in Sangerhausen weitergeführt wird“, sagte der Regierungschef auf einer Belegschaftsversammlung. Zudem machte Haseloff deutlich, dass die Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt der Fahrradschmiede mit einer millionenschweren Landesbürgschaft unter die Arme greift. „Das hilft verloren gegangenes Vertrauen bei den Lieferanten zurückzugewinnen“, sagte Haseloff ohne weitere Details zu nennen.

Von Nathusius hatte zu Beginn des vergangenen Jahres die Mifa vom Insolvenzverwalter übernommen. Nach einer umfassenden Analyse hatte das Unternehmen angekündigt, den unwirtschaftlichen Standort im Zentrum von Sangerhausen aufzugeben und auf der grünen Wiese neu zu bauen. Das hatte ein regelrechtes Werben um die Ansiedlung der Firma ausgelöst. Nunmehr ist klar, dass das Traditionsunternehmen in der Kreisstadt bleibt. Allerdings haben die Stadtväter dafür auch tief in die Tasche gegriffen. Neben Erschließungskosten von rund zwei Millionen Euro, die vom Land gefördert werden, zahlt die Kommune rund eine dreiviertel Million Euro für so genannte artenschutzrechtliche Maßnahmen.

150.000 Euro für Hamsterzucht

Hinzu kommen noch jährlich geschätzte 150 000 Euro für eine Hamsterzucht im Zoologischen Garten in Halle. Das hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Zuge der Bauplanungen durchgesetzt. Die vom Aussterben bedrohten Nager sollen demnach in Halle gezüchtet und in Sangerhausen ausgewildert werden. Dafür muss die Stadt noch 30 Hektar an Flächen zur Verfügung stellen. Geht es nach den Vorstellungen des BUND soll die Auswilderung der possierlichen Tiere im geplanten Industriepark Mitteldeutschland an der Südharzautobahn erfolgen. Dem stünde jedoch der Raumordnungsplan gegenüber. Dort ist das Areal als Industriefläche ausgewiesen. Das Wirtschaftsministerium hatte das Gebiet als einen der fünf Premiumstandorte für die Ansiedlung von Industrie beworben und dafür Millionen an Fördermitteln in Aussicht gestellt. Allerdings hat die Hamsterpopulation auf dem Areal die Pläne bislang blockiert.

Sangerhausens Oberbürgermeister Ralf Poschmann (CDU) begrüßte gestern die Entwicklung und würdigte die auch als einen Verdienst des Stadtrates. „Es hat bei allen Entscheidungen nie eine Gegenstimme gegeben“, sagte er. (mz)


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