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Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz: Schöne Aussicht zur Sternwanderung

Unterwegs erklärte der Geologe Martin Spilker die Einmaligkeit der Südharzer Karstlandschaft und wie eine Bachschwinde funktioniert.

Unterwegs erklärte der Geologe Martin Spilker die Einmaligkeit der Südharzer Karstlandschaft und wie eine Bachschwinde funktioniert.

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Questenberg/Hainrode -

Ein bisschen Skepsis lag vor dem Start der 2. Sternwanderung zum Mittelpunkt des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz schon in der Luft. Der plötzliche Wetterwechsel hatte vereinzelt die Straßen und Wege in Rutschbahnen verwandelt. Bei fast 100 angereisten Wanderfreunden an den Startorten Questenberg und Hainrode verflogen bei den Veranstaltern, dem Biosphärenreservat und dem Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue“, die letzten Zweifel.

Historische und naturkundliche Erklärungen

Die Gäste kamen in diesem Jahr aus dem gesamten Landkreis, von Stolberg bis Hettstedt und Röblingen am See. In altbewährter Weise übernahmen bei der nunmehr 16. Wanderung „Geschichte erleben im Biosphärenreservat“ der Heimat- und Geschichtsverein die historischen Erklärungen und das Biosphärenreservat den naturkundlichen Teil. So gab es, besonders für die Teilnehmer aus der Mansfelder Region, einiges Neues über den Questenberger Roland zu erfahren. In rund drei Monaten, zu Himmelfahrt (5. Mai), soll er nach dem Wunsch der Questenberger Bürger wieder an Ort und Stelle stehen. Martin Spilker vom Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute nahm die Wanderer mit auf eine geologische Zeitreise und erklärte sehr anschaulich die Haselborn- und Dinsterbachschwinde.

Seltene Karsterscheinungen

Mit beiden Naturdenkmalen verfügt Questenberg über seltene Karsterscheinungen, die durch ihre Ausschilderung erkannt und gern von Touristen aufgesucht werden. „Anders als am überregional bekannten Bauerngraben gibt es hier keinen Rückstau und Seebildung“, erklärte der Fachmann. Armin Hoch vom Biosphärenreservat machte auf die auffällige Rotfärbung von Baumstämmen am Wegrand aufmerksam. „Der Verursacher ist die Grünalge Trentepohlia“, so Hoch. „Ihre Ausbreitung nimmt immer mehr zu. Gründe dafür sind nicht bekannt, ebenso keine Baumschäden.“ Christiane Funkel, Leiterin des Biosphärenreservats, kam mit fast 50 Heimat- und Wanderfreunden von Hainrode aus über die Haardt zum Mittelpunkt. Sie blickte unterwegs humorvoll in die Ortsgeschichte zurück, als das Pflanzen von Obstbäumen für junge Ehepaare noch Pflicht war und eine alte Verordnung den Hainrödern das „Nachttanzen“ untersagte.

Überraschung für Wanderer

Am Mittelpunkt wartete eine Überraschung auf die Wanderer. Klaus Dumeier vom Verein „Gesund älter werden im Harz“ aus Blankenburg hatte mit seinem Team im Pavillon die neue Stempelstelle „Schöne Aussicht“ eingerichtet. Sie trägt die Nummer 210 und wird künftig den Mittelpunkt des Biosphärenreservats auch für die Wanderer aus dem westlichen Harz zum Anziehungspunkt machen. „Wir haben diese Stempelstelle der Harzer Wandernadel wegen der Sternwanderung vorfristig eingeweiht“, informierte Dumeier unter Beifall. Wanderkaiser Alfred Brückner aus Roßla war freudig überrascht und gehörte zu den ersten, die sich dort einen Stempel holten.

„Es war ein sehr gelungener Auftakt“, resümierte Funkel. „Der Zuspruch war ganz toll. Wir freuen uns alle über das ständig wachsende Interesse an den Angeboten des Biosphärenreservats.“ Stellvertretend für viele der Wanderer sagten Rainer und Monika Kern aus Hettstedt: „Wir waren zum ersten Mal dabei und kommen gern wieder. Es ist eine schöne Gegend. Dankeschön an die Organisatoren und die Versorgung mit einem Imbiss und heißen Getränken trotz Glatteis.“ (mz)


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