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Mitteldeutsche Zeitung | 500 Arbeitsplätze gesichert: Sangerhäuser Fahrradhersteller Mifa offenbar gerettet
10. December 2014
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500 Arbeitsplätze gesichert: Sangerhäuser Fahrradhersteller Mifa offenbar gerettet

Eine Mechanikerin montiert im Werk in Sangerhausen an einem Fließband ein E-Bike. Mifa ist auch ein führender Anbieter moderner Elektroräder.

Eine Mechanikerin montiert im Werk in Sangerhausen an einem Fließband ein E-Bike. Mifa ist auch ein führender Anbieter moderner Elektroräder.

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dpa

Halle (Saale) -

500 Arbeitsplätze sind gesichert: Der insolvente Sangerhäuser Fahrradhersteller Mifa ist offenbar gerettet. Nach MZ-Informationen hat der Gläubigerausschuss gestern Abend dem Kauf der Mifa durch einen Unternehmer aus Sachsen-Anhalt zugestimmt. Zuvor hatte die Landesregierung die Rettung durch eine Landesbürgschaft ermöglicht.

In letzter Minute gerettet

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat das Kabinett gestern Abend zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Einziger Punkt der Tagesordnung: Mifa. Konkret soll die Ministerriege beschlossen haben, dass das Land für einen Kredit über die landeseigene Investitionsbank bürgt. Regierungssprecher Matthias Schuppe wollte sich dazu nicht äußern. Ein Kredit über eine private Bank zur Übernahme des angeschlagenen Fahrradherstellers soll aber nicht in Frage gekommen sein. Nach MZ-Informationen geht es bei Kredit und Bürgschaft um eine niedrige zweistellige Millionensumme. Die Zeit für die Übernahme drängte, weil die laufenden Lohnzahlungen gegen die Insolvenzmasse liefen. So hätte den Beschäftigten in Sangerhausen noch vor Weihnachten der Jobverlust gedroht. Die Mifa wurde also quasi in letzter Minute gerettet.

Wegen Bilanzfehlern hatte Mifa im Frühjahr 2014 überraschend zweistellige Millionen-Verluste gemeldet. Ein geplanter Einstieg des indischen Fahrrad-Riesen Hero Cycles scheiterte in letzter Minute. In Eigentümerkreisen sprach man von Industriespionage durch die Inder. Die Vorwürfe wurden aber nie belegt. Ende September meldete Mifa dann Insolvenz in Eigenverwaltung an. Das Management sollte die Sanierung und Investorensuche eigenständig vorantreiben. Wenige Tage später sprach sich der vorläufige Gläubigerausschuss, in dem Vertreter der Anleihegläubiger und Banken sitzen, für den Wechsel zu einer vorläufigen Insolvenzverwaltung aus. Am 7. Oktober hob das Amtsgericht Halle die Eigenverwaltung auf und setzte den halleschen Anwalt Lucas Flöther als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.

Unter der Flöthers Führung gelang es, zwei Großaufträge mit Aldi und Metro abzuschließen. Nach früheren Aussagen benötigt das Unternehmen 15 Millionen Euro, um die Geschäfte für das kommende Jahr zu finanzieren. Anfang Dezember eröffnete das Amtsgericht Halle schließlich das Insolvenzverfahren und setzte Flöther zum Insolvenzverwalter ein. Nach seinen Angaben lagen zu dem Zeitpunkt mehrere konkrete Kaufangebote für das Unternehmen vor.

Kurzarbeit endet im Januar

Mit der Insolvenzeröffnung endete der sogenannte Insolvenzgeldzeitraum. Das bedeutet, dass die Firma die Löhne der Mitarbeiter wieder selbst erwirtschaften muss. Dennoch waren laut Flöther keine Entlassungen geplant. Ab Januar soll die saisonbedingte Kurzarbeit enden und die Produktion wieder voll anlaufen. Seit der Insolvenzanmeldung hat die Arbeitsagentur die Löhne gezahlt. Das verschaffte Mifa finanziell Luft. Lohnerhöhungen durch die Einführung des Mindestlohns ab Januar 2015 sollen mit einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden aufgefangen werden. (mz)


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