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Handball-Dritte Liga: 30:26-Auswärtssieg für SV Anhalt Bernburg gegen SC Magdeburg II

Tim Ackermann

Aus einer hervorragenden Mannschaftsleistung stach einer heraus: Tim Ackermann. Der Kreisläufer erzielte neun Tore.

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Bley

Magdeburg -

Besondere Spiele erfordern besondere Anstrengungen, um ein besonderes Erlebnis zu schaffen. Das Derby zwischen dem SC Magdeburg II und dem SV Anhalt Bernburg war das besondere Spiel. Die besonderen Anstrengungen unternahm zum einen die Bernburger Mannschaft auf dem Feld. Zum anderen die Bernburger Fans auf der Tribüne. Daraus ergab sich das besondere Erlebnis: ein 30:26-Auswärtssieg.

Derbysiege sind die schönsten Siege. Und dass der SV Anhalt Bernburg bei diesen Spielen immer das besondere Extra im Gepäck hat, bewies der Auftritt in der Hermann-Gieseler-Halle am Freitagabend. Es war eine bemerkenswerte Symbiose, die sich da im Spielverlauf vollzog.

Druckvoll und präzise

Die Mannschaft auf dem Feld spielte ab der ersten Minute als Einheit. Und fast schon mit traumwandlerischer Sicherheit. „Heute haben alle druckvoll und präzise Handball gespielt“, sagte Christian Pöhler, der zudem von der „besten Saisonleistung“ sprach.

Bemerkenswert war auch, dass dieses Spiel nie wirklich spannend wurde. Man könnte das als Mangel interpretieren, schließlich leben Derbys vor allem von der Spannung. Der SV Anhalt war am Freitagabend aber einfach zu gut und der SC Magdeburg II zu schlecht, als das sich echter Nervenkitzel hätte entwickeln können. Traurig waren darüber freilich nur die Magdeburger Anhänger. Die Bernburger Fans feierten ihre Mannschaft so ausgiebig, wie seit Monaten nicht mehr. Während des Spiels und nach dem Spiel.

Neun Tore

Auf der Platte spielte sich der SVA in einen Rausch. Aus einer hervorragenden Mannschaftsleistung stach einer heraus: Tim Ackermann. Der Kreisläufer erzielte neun Tore. „Was Acki teilweise für Bälle gefangen hat, das war schon Wahnsinn“, sagte Christian Pöhler anerkennend. Der 21-Jährige war für den Magdeburger Innenblock nicht zu halten.

„Die Jungs wussten, dass ich in diesem Spiel noch mal etwas mehr motiviert bin als ohnehin schon“, sagte Ackermann, der das Handballspielen in Magdeburg gelernt und vor seinem Wechsel nach Bernburg drei Jahre für die Youngsters gespielt hatte. „Die Jungs aus dem Rückraum haben mich super freigespielt. Und wenn dann die ersten Würfe sitzen, läuft es.“

Früh attackieren

Es lief, nicht nur bei Tim Ackermann. Nicht nur in der Offensive. Was die Mannschaft in der Abwehr zeigte, kann als Lehrbeispiel herhalten, wie man einem körperlich überlegenen Gegner den Zahn zieht. Bernburg war gallig, ging aggressiv zu Werke. Magdeburgs 2,14-Meter-Mann Tomasz Gebala wird spätestens jetzt wissen, wer Robin Hoffmann, Steffen Cieszynski, Arseniy Buschmann und Nicholas Stiebler sind.

Den Magdeburger Rückraum früh zu attackieren, war die Marschroute gewesen. Die Mannschaft setzte sie hervorragend um. „Es waren alle auf den Punkt da“, freute sich Christian Pöhler. Als Enrico Lampe gut fünf Minuten vor dem Spielende zum 29:22 traf und Magdeburgs Trainer Martin Ostermann eine Auszeit nahm, war der Sieg Gewissheit.

„Wir haben heute klug gespielt. Die Spielzüge waren perfekt. Wir haben mit Kopf gewonnen“, sagte Tim Ackermann.

Die Bernburger Fans standen in den letzten Minuten der Partie und feierten ihre Mannschaft. Es hatte etwas befreiendes. Das Jahr 2016 hatte schlecht begonnen, die Stimmung war am Boden. Der Derbysieg, mit dieser Leistung, hat Fans und Mannschaft versöhnt. (mz)