Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Fußball-Landesklasse: Nienburg und Bernburg im Vorab-Check

Tobias Reiners

Neuzugang Tobias Reiners hat sich bei Schwarz-Gelb Bernburg schnell integriert und könnte im Mittelfeld eine Stütze werden.

Foto:

Engelbert Pülicher

Bernburg -

Nichts hassen Fußballfans mehr als die spielfreie Zeit. Das liegt in der Natur der Sache. Was im Sommer noch zu ertragen ist, da die Nation selbst Urlaub macht und alle zwei Jahre sowieso ein Turnier ansteht. Doch im Winter sinkt die Laune für gewöhnlich. Der Ball rollt in Deutschland dann meist nur in der Halle. Zwar gibt es auch noch Testspiele - aber sind wir ehrlich, auch die können nichts am Gefühl der Belanglosigkeit ändern. Oder um es mit den Worten Sören Lerbys, dem ehemaligen Star des FC Bayern München aus Dänemark, zu sagen: „Fußball in der Winterpause ist, als wenn du deine Schwester küsst.“

Am Sonnabend findet dieser beklagenswerte Zustand nun endgültig sein Ende. Auch die Landesklasse startet dann um 14 Uhr in die zweite Saisonhälfte, der 1. FSV Nienburg empfängt Langenstein, Schwarz-Gelb Bernburg gastiert in Großörner. Die Mitteldeutsche Zeitung mit einem Vorab-Check zu den Teams der Bernburger Region.

Der 1. FSV Nienburg

Der 1. FSV Nienburg (blau, hier gegen Lok Aschersleben) konnte seine Defensivprobleme nur bedingt lösen. Der Aufsteiger wird dennoch nichts mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen.

Foto:

Thomas Tobis

1. FSV Nienburg (Staffel drei, Platz fünf, 27 Punkte)

Ausgangslage: Der 1. FSV Nienburg hat eine gute Hinrunde gespielt, ist mit verbandsligaerfahrenen Spielern wie Tobias Donath, Denis Neumeister und Tony Adam allerdings auch kein normaler Aufsteiger. Mit dem Abstiegskampf hatte die Mannschaft bislang zu keiner Zeit etwas zu tun und wird es auch nicht mehr. Ob noch etwas nach oben geht, wird sich in einigen Wochen zeigen. Aktuell beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Westerhausen sechs Punkte. Vorbereitung: Trainer Kay Resch hatte in der Vorbereitung vor allem ein Ziel: Die Defensivschwäche - 34 Gegentore in 15 Spielen - abstellen.

Das gelang jedoch nur bedingt. Zwar hat Nienburg beim Blitzturnier in Aschersleben (zwei 1:0-Siege gegen Landesligist Lok Aschersleben und Verbandsligist Oscherslebener SC) bewiesen, dass die Null auch gegen starke Gegner stehen kann, in den Testspielen gegen Aken und Baalberge gab es allerdings gegen vermeintlich schwächere Gegner drei Gegentore (4:3). Askania Bernburg II schenkte dem 1. FSV gar fünf Treffer ein (4:5). Auftakt: Nienburg startet am Sonnabend mit einem Heimspiel gegen den SV Langenstein in die zweite Saisonhälfte.

Ein Gegner, der auf den ersten Blick als machbar erscheint. Das Hinspiel in Langenstein ging mit 7:1 klar an den 1. FSV. Doch die Mannschaft aus dem Harz hat in der Winterpause personell nachgerüstet. Mit Philipp Brüser (Blankenburger FV, vergangene Saison 13 Tore) und Benjamin Rode (Germania Wulferstedt, aktuell sieben Saisontreffer) stießen torgefährliche Stürmer zum Tabellenzwölften.

Schwarz-Gelb Bernburg (Staffel vier, Platz eins, 32 Punkte)

Ausgangslage: Zum Jahreswechsel standen die Roschwitzer noch auf dem dritten Platz der Staffel vier, durch den Erfolg im Nachholspiel beim Reideburger SV (5:3) hat die Mannschaft mittlerweile aber die Tabellenführung übernommen. Mit aller Macht will Schwarz-Gelb Bernburg zwar nicht in die Landesliga aufsteigen, wenn man am Ende allerdings Erster ist, würde man sich auch nicht dagegen wehren, in der kommenden Saison eine Liga höher zu spielen. Vorbereitung: Die Vorbereitungsphase der Roschwitzer lief im Großen und Ganzen gut. Einziges Negativerlebnis war die 1:7-Klatsche gegen Verbandsligist SV Dessau 05.

Etwas ärgerlich war zudem, dass das Trainingslager in Goslar zwar stattfinden konnte, aufgrund des Nachholspiels in Reideburg aber etwas umgeplant werden musste. Dennoch scheint die Mannschaft von Trainer Torsten Lange gut in Form zu sein. Die Neuzugänge Tobias Reiners und Mario Mäkel (beide TV Askania Bernburg II) sind integriert und verstärken das Team.Auftakt: Schwarz Gelb-Bernburg gastiert am Sonnabend bei Rot-Weiß Großörner.

Und hat mit dem Aufsteiger aus dem Raum Mansfeld-Südharz noch eine Rechnung offen. Großörner gewann am zweiten Spieltag in Roschwitz mit 3:1. Aktuell belegt der Liga-Neuling Rang zehn und hat bereits acht Zähler Vorsprung vor der Abstiegszone. In der Vorbereitung gewann Großörner unter anderem beim SV Einheit Bernburg (2:0). (mz)