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Basketball-1. Regionalliga: 75:72-Sieg der Aschersleben Tigers gegen BBC Magdeburg

Leon Dronjak (am Ball) und Ex-Tiger Papito Hersisia

Leon Dronjak (am Ball) und Ex-Tiger Papito Hersisia, hier im Duell, hatten am Ende jeweils die meisten Punkte auf dem Konto.

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Philipp Hecht

Aschersleben -

Der Tabellenvierte gegen den Letzten. Ein Team, das momentan auf einer wahren Erfolgswelle schwimmt gegen eine Mannschaft, die bisher überhaupt nur einen Sieg holen konnte. Wer vor dem Derby der Aschersleben Tigers gegen den BBC Magdeburg von einer langweiligen und einseitigen Partie ausging, wurde getäuscht. Denn trotz des 75:72-Heimsieges gibt es jede Menge Geschichten zu erzählen.

Empfang mit Pfiffen

Mit Spannung wurde vor der Partie die Rückkehr des Holländers Papito Hersisia erwartet. Die Trennung von den Aschersleben Tigers im Dezember warf einige Fragen auf, da der 25-Jährige aus persönlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrages bat, um dann völlig überraschend wenige Wochen später beim BBC anzuheuern.

Als Hersisia zu seinen ersten Freiwürfen im Spiel antrat, war das Pfeifen im Ascaneum so laut wie selten. Während seine ehemaligen Mitspieler allesamt freundlich mit ihm umgingen, hatten ihm die Tigers-Fans den Wechsel noch nicht verziehen. Doch seine Motivation schien dadurch nur noch gesteigert, so war der Center mit seinen 24 Punkten ein wichtiger Faktor für das lange Mithalten des Tabellenschlusslichtes. „Es war natürlich eine Extra-Motivation in Aschersleben gegen meine ehemaligen Kollegen aufzulaufen“, erklärte Hersisia, der auch zu seinem Wechsel Stellung nahm: „Die Tigers haben ein tolles Team. Ich wollte aber bei einer Mannschaft spielen, bei der ich mehr Spielzeit bekomme und mehr Verantwortung übernehmen kann.“

Und die übernahm Hersisia vor allem in den Schlussminuten. Denn nachdem die Magdeburger 19 Sekunden vor Schluss, beim Stand von 71:67 eine Auszeit zogen, nahm sich Hersisia jeden Wurf selbst.

Spezieller Abend für weitere Spieler

Aber nicht nur für den ehemaligen Tiger war es ein besonderes Spiel. So bekam zum Ende des dritten Viertels, als der BBC eine gute Phase hatte, bei Aschersleben der junge Richard Wache eine Chance. Tigers-Trainer Christian Schäfer erklärt zu Wache, der bislang äußerst wenig Einsatzzeit bekam: „Richard gibt immer 100 Prozent und feuert das Team bedingungslos an. In dieser Phase war ich mit Leon Dronjak und Marko Primorac unzufrieden, daher habe ich ihn gebracht. Er hat das gut gemacht.“ Für Wache selbst, war der Einsatz nicht einmal so wichtig. „Hauptsache wir gewinnen. Ob ich gespielt habe oder nicht, ist schließlich egal“, gibt er sich bescheiden.

Leon Dronjak kam unterdessen, nach seiner langen Leidenszeit in der letzten Saison, am Samstagabend zu seinem ersten Starting-Five Einsatz in Aschersleben. Mit 19 Punkten war er direkt bester Werfer der Tigers und auch kurz vor Schluss blieb er bei zwei Freiwürfen cool. „Es war toll vor unseren Fans zu spielen. Als ich heute früh aufwachte, hatte ich zwar nicht so ein enges Spiel erwartet, aber zum Glück sind wir am Ende cool geblieben“, erklärte Dronjak zu seinen zwei Freiwürfen zum 75:72 , vier Sekunden vor Schluss.

Doch damit war die Partie noch nicht vorbei. Und es kam so, wie es nur ein Drehbuchautor inszenieren würde. Magdeburg warf den Ball schnell ein, über zwei Zwischenstationen fand das Spielgerät seinen Weg zum Magdeburger-Center Papito Hersisia. Der 25-Jährige Holländer nahm den entscheidenden Dreipunkte-Wurf aus dem Lauf. Nachdem er zuvor mit zwei wilden, aber erfolgreichen Aktionen, den BBC wieder heran gebracht hatte, übernahm er die Verantwortung, die er in seiner Zeit bei den Tigers nicht übernehmen konnte. Doch sein Wurf fand nicht das Ziel, der Jubel der Aschersleben-Fans war riesengroß und Hersisia saß bedröppelt am Boden. Der spektakuläre Schlusspunkt eines besonderen Tages. (mz)