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VfB Imo Merseburg gegen Union Sandersdorf: Doppelt wichtiger Test

Merseburgs Tim Wuttke (rot) setzt sich durch.

Merseburgs Tim Wuttke (rot) setzt sich durch.

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peter wölk

Merseburg -

Testspiele dienen dazu, Dinge auszuprobieren. Ganz ohne Zwang, denn es geht ja nicht um Punkte. So stand auch die Begegnung zwischen dem VfB Imo Merseburg und Union Sandersdorf am Sonnabend unter dieser Prämisse - im doppelten Sinne.

Zum einen ging es für den Tabellenführer und Aufstiegskandidaten der Verbandsliga um die Frage, ob man mit einer Oberliga-Mannschaft schon mithalten kann. Die Antwort: ja. Denn obwohl die Westmerseburger am Ende mit 3:4 (1:2) unterlagen, hielten sie die Begegnung gegen die Unioner über weite Strecken offen. „Das Spiel war für uns eine wichtige Standortbestimmung, die Aufschlüsse für die weitere Vorbereitung gab“, schätzte Trainer Tom Persich ein.

Operation am Kreuzband

Zum anderen ging es um einen ganz persönlichen Testlauf: Tim Wuttke, der sich vor fast eineinhalb Jahren - im Oktober 2014 bei einem Spiel gegen Grün-Weiß Piesteritz - einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, stand zum ersten Mal wieder im Kader des VfB Imo. Nun soll der 28-Jährige für die Verbandsliga fit gemacht werden.

Hinter dem Kicker liegt eine lange Leidenszeit mit Operation und Reha-Maßnahmen. „Eigentlich wollte ich meine Laufbahn als Fußballer nicht fortsetzen“, erinnert sich Wuttke, der stattdessen sein Studium in der Kombination Sportmanagement und Wirtschaft noch mehr in den Vordergrund rücken wollte. Das Ende der Laufbahn schien unausweichlich.

Doch dann kam alles ganz anders. Im Herbst 2015 - ein Jahr nach der Verletzung - nahm Wuttke, der in Leipzig wohnt und studiert und einst schon bei Carl Zeiss Jena zum Profikader gehört hatte, das Fußballtraining wieder auf. „Ich konnte es halt nicht lassen“, sagte er im Rückblick - und freute er sich umso mehr über sein erfolgreiches Comeback. Auch sein Trainer war glücklich: „Er ist eine absolute Verstärkung, wenngleich er noch einige Spiele braucht.“

Aufschlussreiche Partie

Da passt es ins Bild, dass auch die Partie gegen Sandersdorf für zufriedene Gesichter sorgte. Die Begegnung war von Beginn an ein offener Schlagabtausch mit vielen schnellen Offensivaktionen. Die zeitige Führung der Gäste durch Dylar Musa (9.) glich ausgerechnet Wuttke drei Minuten später per Kopfball aus. Der Rückkehrer, der seinen Platz in der Innenverteidigung fand, rückte ob seiner Kopfballstärke das eine oder andere Mal bei Standards nach vorn auf.

Anschließend ging Union durch Stefan Ronneburg (38.) und Marvin Römling (68.) erneut in Führung. Merseburg kam zwar durch Robert Kleßny (73./89.) noch einmal heran, aber zuvor hatte Römling bereits den vierten Treffer für Sandersdorf erzielt (88.).

„Fehler werden halt von einem Oberligisten konsequent bestraft“, analysierte Persich - und musste einsehen, dass sein Team in dieser Hinsicht eben noch Verbandsligist ist und bis zu einem möglichen Aufstieg noch viele Stellschrauben zu drehen sind. Immerhin: Bereits diese Woche kann Persich wieder den Schraubenschlüssel herausholen. Die nächsten Oberligisten warten - morgen der VfL Halle 96 und am Sonnabend Askania Bernburg.

VfB Imo: Bölke; Wittke (46. Gumbrecht), Voigt, Teichmann, Schmelzer, Pfeifer, Luther (46. Kleßny), Günther, Selle (46. Kubisch), Schaaf, Wuttke. (mz)