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Mitteldeutsche Zeitung | SV Merseburg 99 im trainingslager : Trainingslager 2.0
09. February 2016
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SV Merseburg 99 im trainingslager : Trainingslager 2.0

Bei aller Anstrengung hatten die Spieler auch ihren Spaß

Bei aller Anstrengung hatten die Spieler auch ihren Spaß

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usti nad labem/merseburg -

Was ist in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag passiert? „Keine Ahnung“, sagt Marko Zenau und lacht. Der Trainer des SV Merseburg 99 war bei den nächtlichen Unternehmungen seiner Spieler schließlich nicht dabei. Aus seiner Sicht die richtige Entscheidung: „Ich weiß nicht, was alles passiert ist, und - ehrlich gesagt - ich will es auch gar nicht wissen.“

Zenau wird es wohl nie erfahren. Denn von jener Nacht - dem Abschluss des fünftägigen Trainingslagers in Tschechien - existieren keine Fotos oder Videos bei Facebook. Ausnahmsweise. Denn ansonsten haben die Merseburger wirklich alles gepostet und bebildert, was in den letzten Tagen geschehen ist. Und das war eine ganze Menge: drei Trainingseinheiten pro Tag, ein Testspiel gegen den Lokalmatadoren 1. FK Nestemice, zahlreiche Bergläufe in der hügeligen Landschaft rund um Usti nad Labem, eine Übungseinheit im Fitnessstudio unter Anleitung eines privaten Trainers. Aber auch: Abendessen, Sauna, Whirlpool. Und einen Merseburger Spieler, der genüsslich auf seiner Konsole Fußball zockt.

Nur der letzte Abend ist und bleibt ein Geheimnis.

Fingerzeig an die Konkurrenz

Es war das erste Trainingslager des Merseburger Vereins im Ausland seit vielen Jahren. Und ein Fingerzeig an die Konkurrenz aus Halle und vom Ulmenweg - der Tabellendritte will den VfB Imo und den BSV Ammendorf schließlich noch abfangen und in die Oberliga aufsteigen. In zweieinhalb Wochen starten die Punktspiele gegen die zweite Mannschaft von Askania Bernburg. Der Wettstreit um Aufmerksamkeit hat bereits jetzt begonnen. 99 führt mit 1:0.

Und auch aus sportlicher Perspektive hat der Kurztrip - trotz der 4:6-Niederlage gegen den tschechischen Fünftligisten Nestemice - aus Sicht des Übungsleiters viel gebracht. „Wir haben im Bereich Ausdauer und Kraft unsere Belastungsspitze erreicht“, sagt Zenau und freut sich, dass sich „die Spieler gequält haben“. Für den seit zwei Jahren in Merseburg tätigen Coach, der bereits mit seinen Vorgänger-Vereinen Weißenfels und Bitterfeld-Wolfen in Tschechien campierte, haben sich „die guten Erfahrungen der letzten Jahre bestätigt“.

99 nimmt viel Geld in die Hand

Fragt sich nur, warum der Verein nicht eher auf die Idee gekommen ist, zur Vorbereitung auf die Liga ins Nachbarland zu fahren. „Wir haben halt andere Prioritäten gesetzt“, sagt Zenau und erklärt: „Da war die Verpflichtung eines Spielers wichtiger als ein Trainingslager.“

In diesem Winter aber ging beides. Zum einen wurden mit Mustapha Amari und Nikola Odovic vom VfL Halle 96 zwei Oberliga-Fußballer verpflichtet, zum anderen wurden laut Präsident Marcus Skowronek „mehrere Tausend Euro“ in die Hand genommen, um das Trainingslager zu finanzieren. Wie war das möglich? Skowronek erklärt: „Wir haben uns mit den Sponsoren zusammengesetzt und unseren Plan vorgestellt. Wir wollen uns in den nächsten Jahren nach vorn arbeiten. Die Sponsoren sind bereit mitzuziehen.“

Es ist ein Plan, der auf Professionalisierung abzielt. Und die modernen Medien sind ebenfalls ein Mittel dafür. Zwei Beispiele: Bei der Verpflichtung von Mustapha Amari präsentierte sich der Neuzugang - ganz profihaft - mit seinem neuen Trikot in der Hand vor dem Vereinsemblem. Und das Video vom klubinternen Boxtraining erinnerte sogar ein wenig an den Halleschen FC, der letzte Woche ebenfalls in den Ring stieg.

Ob die sportlichen Leistungen der Mannschaft ebenfalls professionellen Ansprüchen genügen, wird sich dann in zweieinhalb Wochen zeigen. Dann müssen den Posts Taten folgen.


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