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Rote Laterne für TSV Leuna : Die Alarmglocken läuten

Leunas Stephan Reichhardt wird gegen Leipzig unsanft von den Beinen geholt.

Leunas Stephan Reichhardt wird gegen Leipzig unsanft von den Beinen geholt.

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Peter Wölk

Leuna/Meerane -

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bot Henning Heinrich ein besonderes Bild. Der Coach des ATV Leipzig stand kurz nach Wiederanpfiff der Partie beim TSV Leuna kerzengerade auf der Auswechselbank, den Blick erhaben nach vorn gerichtet. Ähnlich einem Feldherrn. Leunas Trainer Andreas Rehder wirkte dagegen zuweilen ratlos, als er am Samstag oft den Kopf schüttelnd das wichtige Heimspiel in der zweiten Hallenhockey-Bundesliga verfolgte. Und so verriet allein die Körpersprache der beiden Trainer eigentlich schon alles. Die Gastgeber hatten sich im ersten Durchgang einen Drei-Tore-Rückstand eingehandelt. 2:5 hieß es zur Pause. Und auch nach dem Abpfiff war die Situation nicht besser. Mit 5:8 verloren die Leunaer die Partie.

Rote Laterne für Leuna

Ein herber Dämpfer im Kampf um den Klassenerhalt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, folgte keine 24 Stunden später ein noch schwerwiegenderer Rückschlag. Mit 1:2 gingen die TSV-Akteure gestern beim SV Motor Meerane als Verlierer vom Platz. Was wohl niemand vor der Saison für möglich hielt, ist dadurch eingetroffen. Meerane, vor dem Doppelspieltag noch Letzter, ist davongezogen, hat die Rote Laterne an die Leunaer abgegeben. Am Samstag gelang den Sachsen ein 5:5 gegen Spitzenreiter Charlottenburg. Letzter ist nun Leuna.Und das ist mehr als ärgerlich, weil der TSV zu weitaus mehr in der Lage gewesen wäre - das in der Saison durch Siege sowie durch gute und teils durch Pech knapp verlorene Spiele schon beweisen konnte. Auch gegen den ATV wäre mehr drin gewesen.

Rehder und seine Spieler hatten auf den Heimvorteil gehofft. „Unsere bisherigen Punkte haben wir ja alle zu Hause geholt“, spielte im Vorfeld Verteidiger Christoph Ruttkies auf die Siege gegen den Berliner SC sowie Meerane in der Hinserie an. Und tatsächlich boten auch die Fans beim vorletzten Heimspiel viel Elan auf. Beifall, Anfeuerungsrufe, ohrenbetäubende Trommelschläge sollten dem TSV zum Sieg verhelfen. Genutzt hatte all das leider nichts.

Fatale Schwächepausen

Nach zehn Minuten ging Leipzig durch Noha Doszier in Führung. Doch nur fünf Minuten später schaffte Stephan Reichert den Ausgleich. Nichts weiter als ein Hoffnungsschimmer, wie sich herausstellen sollte. Denn kurz nach dem Ausgleich nahm das Unheil seinen Lauf, trat genau das ein, wovor Rehder mehr als einmal gewarnt hatte: „Wir dürfen uns in der Liga keine noch so kleine Schwächephase leisten. Manchmal reichen zehn schlechte Minuten und du verlierst das Spiel, obwohl du insgesamt gesehen vielleicht gar nicht schlechter warst.“

Und dennoch kassierte der TSV zwischen der 19. und der 29. Minute vier Gegentore. Mangelnden Kampfgeist konnte man den Leunaern nicht vorwerfen. Das Team gab sich zu keinem Zeitpunkt auf, stemmte sich gegen die Niederlage und kam durch einen Treffer von Philipp Krömer und zwei von Christian Zeiger zehn Minuten vor dem Abpfiff noch einmal auf 4:6 heran. Zudem hielt Jan-Niklas Schmidt, der in Hälfte zwei für den südafrikanischen Nationaltorhüter Richard Curtis ins Tor gekommen war, noch einen Siebenmeter.

Acht Ecken ungenutzt

Doch weil Leuna alles nach vorn warf, konnten die Gäste kontern. Gegen den ATV verlor der TSV bereits in der Hinrunde. Die im Vorjahr noch abstiegsbedrohten Leipziger hatten sich vor der Saison gezielt verstärkt. Die Niederlage gegen Meerane war jedoch nicht zu erwarten. Das Hinspiel gewann der TSV noch mit 11:3. Doch gleich acht Ecken konnte der TSV in Meerane nicht nutzen. Für Rehder der Grund für die Niederlage. „Haben wir da einfach nur eine normale Quote, gewinnen wir das Spiel.“

Im letzten Spiel am kommenden Sonntag ist der TSV gegen Güstrow zum Siegen verdammt - und gleichzeitig auf Schützenhilfe angewiesen. Der BSC darf seine Spiele in Leipzig und in Charlottenburg nicht gewinnen. „Wir geben nicht auf, so lange es noch eine Chance gibt, die Klasse zu halten“, gibt sich Rehder dennoch kämpferisch. (mz)