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Matthew Liske beim CV Mitteldeutschland : Langes Zittern um die Lizenz

Matthew William Leske trainierte gestern Abend erstmals mit seinen neuen Teamkollegen vom CV Mitteldeutschland.

Matthew William Leske trainierte gestern Abend erstmals mit seinen neuen Teamkollegen vom CV Mitteldeutschland.

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Marco Junghans

Spergau -

Es war ein langes Zittern und Bangen. Doch am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr wich die Anspannung großer Erleichterung. Endlich hielt Teammanagerin Sandy Penno die Lizenz für den neuen Mitspieler der Volleyballer des CV Mitteldeutschland in der Hand. Matthew William Leske kann also heute mit den Piraten in den Bus steigen und ihnen bereits morgen im Kellerduell der Bundesliga beim TV Rottenburg helfen.

Zwar spielte der 25 Jahre alte Mittelblocker bis vor kurzem beim griechischen Erstligisten GC Lamia, doch als gebürtiger Amerikaner benötigte er nicht nur die Freigabe seines alten Vereins, sondern als Nicht-EU-Ausländer auch jene des Weltverbandes. „Ich bin schon fast verzweifelt. Aber am Freitagnachmittag habe ich die Sache regelrecht durchgeprügelt“, sagte Sandy Penno und war zu Recht ein wenig stolz auf sich. Denn die Piraten können die Verstärkung in den nächsten Wochen wirklich sehr gut gebrauchen. Bis zum 20. Februar, dem Ostduell mit den Netzhoppers Bestensee, stehen ganz entscheidende Spiele für die Mannschaft von Trainer Ulf Quell im Kampf um den Klassenerhalt auf dem Programm. Möglich gemacht hat die Verpflichtung von Leske vor allem die Saalesparkasse. „Ohne das Engagement ihres Vorstandschefs Jürgen Fox wäre die Verpflichtung eines neuen Spielers in dieser Saison nicht mehr möglich gewesen“, erklärt Penno.

Vorstellung bei den Teamkollegen

Die beschränkten Finanzen waren aber nur die eine Seite. Zudem saß dem CVM der Transferschluss am 31. Januar als Termin im Nacken. Und im Gegensatz beispielsweise zum Deutschen Fußball-Bund und zur Deutschen Fußball-Liga, die ihren Transferschluss auf den 1. Februar gelegt haben, weil der 31. Januar ein Sonntag ist, kennt Penno beim Volleyball keine ähnliche Regelung. „Wir wussten doch lange, dass der 31. Januar ein Sonntag ist. Also haben wir alles daran gesetzt, die nötigen Formalitäten bis zum 29. Januar zu erledigen“, sagte sie.

Trainer Ulf Quell stellte den Neuzugang am Freitagabend beim vorletzten Training vor dem richtungweisenden Spiel in Rottenburg seinen Teamkollegen vor. Er hat vor allem Videos und die Kontakte zu Spielerberatern und Trainerkollegen genutzt, um sich ein umfassendes Bild von Leske zu machen. „Seine Verpflichtung war ein Glücksgriff, weil er im Januar seinen Dienst bei den Griechen quittiert hat und dadurch auf dem Markt war. Wenn er sich nun auch auf dem Feld als Glücksgriff, also Verstärkung, erweist, dann war alles richtig“, so der Trainer.

In allen drei Spielen punkten

Seine Mannschaft jedenfalls geht mit mächtig viel Selbstvertrauen in das Spiel beim Vorletzten, der nur einen Punkt besser dasteht, als die Piraten selbst. Nach dem letzten 3:0-Erfolg gegen Herrsching hat die Mannschaft zwei Wochen lang bei guter Stimmung richtig gut trainieren können. Und vor allem: Es kamen keine Verletzten hinzu. Das war um so wichtiger, denn auf den CV Mitteldeutschland wartet eine englische Woche. Dem Auftritt in Rottenburg am Sonntag folgt am Mittwoch das verlegte Heimspiel gegen Düren in der Spergauer Jahrhunderthalle und nächstes Wochenende die Partie in Coburg.

Auch wenn Quells Gedanken vorerst nur um Rottenburg kreisen, hat er doch auch das Ganze im Blick. „Wir wollen natürlich in allen drei Spielen punkten“, sagt er. „Die Möglichkeiten dazu haben wir.“ Für Quell bezieht das Geschehen in der Bundesliga seine Spannung derzeit ohnehin nur aus dem Kampf um den Klassenerhalt und jenem um die Pre-Playoff-Plätze. „Die Rückrunde läuft und im Feld hinter dem souveränen Spitzenreiter Berlin wird es in den nächsten Wochen noch mächtig zur Sache gehen“, prophezeit Quell. Und ihm würde es natürlich am meisten gefallen, wenn auch seine Piraten ihren Teil dazu leisten würden. (mz)