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Fußball Landesliga: Felix Bartolini trainiert Blau-Weiß Farnstädt

Im Dezember stand Felix Bartolini (2.v.r.) noch an der Trainerbank. Jetzt will er auch wieder spielen.

Im Dezember stand Felix Bartolini (2.v.r.) noch an der Trainerbank. Jetzt will er auch wieder spielen.

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Junghans

Farnstädt -

Felix Bartolini ist Verantwortung gewohnt. Schließlich arbeitet der 26-Jährige schon länger im Unternehmen seiner Eltern mit. „In Leipzig haben wir ein italienisches Restaurant mit insgesamt zehn Angestellten“, erzählt Bartolini, der in der Messestadt auch seinen Lebensmittelpunkt hat - allerdings nur was seinen beruflichen Alltag angeht.

Denn sportlich zieht es den Leipziger schon längere Zeit mehrmals in der Woche in den Westen des Saalekreises. Seine fünfte Saison spielt Bartolini nun schon beim Landesligisten Blau-Weiß Farnstädt, ist in all der Zeit mit dem Verein durch dick und dünn gegangen. Wobei in der Hinrunde der aktuellen Saison bei den Farnstädtern eher Letzteres der Fall war.

Das will er ändern. Und gerade deshalb arbeitet Bartolini dieser Tage an einem Novum mit. Der erst 26-Jährige hat bei den Blau-Weißen zu Wochenbeginn die Trainerposition und damit auch die Verantwortung für die weitere sportliche Entwicklung übernommen. „Da muss sich bei uns etwas tun“, meint Bartolini, der zu den jüngsten Trainern der Liga gehört. Selbst unter den Spielern ist er noch einer der Jungspunde. Hören die dann eigentlich auf ihn?

Keine Akzeptanzprobleme

An Akzeptanzprobleme glaubt Bartolini überhaupt nicht. Andernfalls hätte er den wichtigsten Posten bei den krisengebeutelten Farnstädtern auch nicht übernommen. Er sei sich vielmehr sicher, dass alle an einem Strang ziehen werden, um wieder einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Auch unter seiner Regie.

Woher das Selbstvertrauen kommt? Wirklich neu ist die Situation nicht. Weil Vorgänger Michael Hüneburg berufsbedingt häufiger nicht bei Spielen oder Trainingseinheiten dabei sein konnte, „hatte ich das Training oder auch die taktische Ausrichtung gemeinsam mit Co-Trainer Mathias Geyer schon häufiger übernommen. Die Mannschaft hat das angenommen.“ Zwischen Geyer und ihm stimme es ganz einfach - auch menschlich. „Wir ergänzen uns wie Topf und Deckel“, scherzt Bartolini.

Mit dem glühenden HFC-Fan Geyer habe er sich auch schon gemeinsam Spiele der Profis aus der Saalestadt angesehen. Weit entfernt von dem Niveau war auch Bartolini selbst einst nicht. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt erFußball - die meiste Zeit in den obersten Ligen im Nachwuchs. Bei Sachsen Leipzig hat er als A-Junior erste Bundesliga gespielt. Dann hat er gemerkt, „dass mein Körper das intensive Training im Hochleistungssport nicht mitmacht. Sechsmal pro Woche haben wir trainiert.“ Zudem musste er zwischen dem 17. und 20. Lebensjahr drei Leistenbrüche verkraften. Zu viel, um dem Traum vom Profi-Fußballer weiter nachzujagen.

Bartolini wird Spieler bleiben

Die sportliche Vita ist sicher ein Grund für Bartolinis Ansehen beim Landesligaverein und für seinen guten Stand innerhalb der Mannschaft. „Wenn ich ein Problem sehe, nehme ich auch kein Blatt vor den Mund“, sagt er. Auf die richtige Mischung aus Spaß und Leistungsdenken achte er. Da war es nur logisch, dass er vom Mannschaftsrat schon in der vorigen Saison schon zum Kapitän gewählt wurde. Auch jetzt wird er nach eigener Aussage weiter in der Abwehr für Farnstädt spielen: „Da ist es gut, dass Mathias Geyer das Spiel von der Seitenlinie sieht.“

Mit Blick auf die Rückrunde möchte Bartolini vor allem die Offensive wiederbeleben: „Da haben wir unseren Zuschauern in den Vorjahren oft 90 Minuten Feuerwerk geboten. Davon ist in der aktuellen Saison nur noch wenig zu sehen.“ Sein eigener mehrwöchiger Ausfall nach einem Muskelfaserriss ist eine Ursache dafür. Abgänge von Leistungsträgern wie etwa Sebastian Wille oder auch das längere Fehlen von Stürmer Christian Heditzsch nach einem Zeckenbiss spielen außerdem eine Rolle. Das soll sich ändern.

Umso wichtiger ist es, dass sich Bartolini selbst mittlerweile wieder fit fühlt. Bei einem Skiurlaub in Südtirol hat er sich vorige Woche in Schwung gebracht. Fast schon eine Art Heimaturlaub: Sein Vater kommt schließlich aus Italien. (mz)