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Mitteldeutsche Zeitung | CV Mitteldeutschland: Keine Neuverpflichtungen
22. December 2015
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CV Mitteldeutschland: Keine Neuverpflichtungen

Wohin führt der Weg der CVM-Profis und ihres Trainers Ulf Quell (3.v.r.)? Wird es zum Klassenerhalt reichen?

Wohin führt der Weg der CVM-Profis und ihres Trainers Ulf Quell (3.v.r.)? Wird es zum Klassenerhalt reichen?

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Wölk

Spergau -

Angespannte Gesichter, wohin das Auge fällt. Der Druck ist spürbar. Nur drei Punkte aus neun Spielen, Schlusslicht der ersten Volleyball-Bundesliga, akute Abstiegsgefahr. Das Team des CV Mitteldeutschland ist um seine gegenwärtige Situation nicht zu beneiden. Viel schlimmer jedoch: Besserung scheint nicht in Sicht zu sein. Denn wie soll dieses Team, das zuletzt seine Partien reihenweise mit 0:3 verloren hat, im neuen Jahr plötzlich anfangen zu siegen? Mit den gleichen Spielern, die bislang enttäuscht haben?

Keine Neuverpflichtungen

Denn so viel scheint klar zu sein: Neuverpflichtungen oder Verstärkungen wird es bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar 2016 nicht geben. Nach CVM-Präsident Peter Kurzawa hat dies nun auch CVM-Manager Rick Wiedersberg bestätigt. „Es wird keine Harakiri-Aktion mit diesem Vorstand geben. Wir werden mit der Mannschaft weiter spielen, die wir haben“, so Wiedersberg, der als Manager dem Führungs-Gremium des CVM mit angehört.

Das heißt: Cheftrainer Ulf Quell muss das Unterfangen Klassenerhalt - vom eigentlichen Saisonziel Platz sechs redet beim CVM schon keiner mehr - mit den gleichen Spielern wie bisher erreichen. Doch ob deren Potenzial dafür reicht? Bislang ist das bei einigen Spielern durchaus fraglich. „Die Jungs bekommen es sportlich nicht auf die Reihe“, bestätigt Wiedersberg, ohne aber von Fehleinkäufen reden zu wollen. „Man kann in die Spieler nicht hineinsehen. Unstrittig ist, dass es bei vielen eine Kopffrage ist.“ Die gleiche These vertrat schon Präsident Peter Kurzawa. Nur hilft diese gemeinsame Erkenntnis der Mannschaft in ihrer aktuellen Situation nicht weiter.

Neue Kostenlawine

Die Frage bleibt, was sich wie ändern kann. Doch Wiedersberg hat noch ganz andere Gedanken im Kopf. Die Umsetzung des von der Liga aufgestellten sogenannten Masterplanes beschäftigt den Manager ebenfalls. Denn damit rollt eine neue Kostenlawine auf den CVM zu. Um exakt 125.000 Euro muss der Erstligist seinen Etat für die Saison 2016/2017 aufstocken. „Nur, damit wir theoretisch weiter erste Liga spielen dürfen.“ Hintergrund: Die Umsetzung des Masterplans beinhaltet unter anderem LED-Werbebanden und Kunststoffboten. Das verlangt die Liga künftig als Standard-Voraussetzung von ihren Clubs. Will der CVM also weiter Erstligist bleiben, muss er diese Forderungen erfüllen.

Etat muss verdoppelt werden

Woher das zusätzliche Geld in dieser Höhe kommen soll, steht bislang noch nicht fest. „Es gibt noch Gespräche, aber so lange ich keine Unterschriften habe, sage ich nichts dazu“, erklärt Wiedersberg. Der Manager muss damit einen gordischen Knoten durchtrennen. Denn einerseits braucht er zusätzliche 125.000 Euro, um weiter erste Liga spielen zu dürfen, und eigentlich noch einmal die gleiche Summe, um sportlich konkurrenzfähig zu bleiben. Was konkret heißt: Der CVM muss seinen Etat von derzeit 250 000 Euro schlicht verdoppeln. Termin ist der 31. März 2016. Bis zu diesem Tag müssen die Lizenzunterlagen für die neue Saison bei der Liga eingereicht werden. „Wenn wir bis dahin kein neues Geld haben, ist die erste Liga erst einmal egal.“

Manager glaubt an Ligaerhalt

Trotzdem glaubt Wiedersberg weiter an den Klassenerhalt. „Abgerechnet wird erst am letzten Spieltag.“ Die Situation empfindet er als gar nicht so dramatisch, wie die Tabellensituation eigentlich aussagt. „Wir haben lediglich ein Spiel weniger gewonnen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Uns ist einfach keine Überraschung gelungen.“ Das eigentliche Problem des CVM ist, dass die Konkurrenz deutlich zugelegt hat. Bestes Beispiel: Aufsteiger RheinMain UnitedVolleys, gegen den der CVM am Sonnabend 0:3 verloren hat. Das Team ist Zweiter. Als Neuling.

„Als wir vor fast zehn Jahren aufgestiegen sind, spielten die Neulinge um Platz neun und zehn mit“, erinnert er sich. Womit klar wird, dass der CVM in den vergangenen Jahren mit seinem Mini-Etat mit der Entwicklung in der Liga nicht Schritt halten konnte. (mz)