Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

43. Chemiepokal in Halle (Saale): Boxen zum Zweiten in der Erdgas Arena

Dominic Bösel gegen den Ungarn Balacz Kelemen

Dominic Bösel boxte am vergangenen Sonnabend gegen den Ungarn Balacz Kelemen in Halle.

Foto:

Viadata

Halle (Saale) -

Die Profis haben in der Erdgas Arena das Feld gerade geräumt, da luden die Amateurboxer zur Pressekonferenz für ihren 43. Chemiepokal in die Wettkampfstätte ein. Der Leistungssportdirektor des Deutschen Boxsportverbandes (DBV), Michael Müller, gab am Dienstag bekannt, dass vom 8.?bis 11.?März voraussichtlich 122 Boxer aus 19?Ländern ihren Olympiatest für Rio de Janeiro in Halle bestreiten werden.

Zahlreiche Weltmeister

Fast alles sind Hochkaräter, so bestätigt Müller, wie beispielsweise Chinas Halbfliegengewichts-Champions Bin Lyu, Marokkos Starboxer Mohammed Rabii (69 Kilo) die Schwer- sowie Supergewichtsweltmeister Clemente Russo aus Italien, Jewgeni Tischtschenko (Russland) und Erik Pfeifer. Neben dem Niedersachsen ist die komplette deutsche Spitze am Start. Nur die Kubaner fehlen wie schon in den letzten Jahren. Trotzdem: Spektakuläre Kämpfe sind garantiert.

Die Chance, das als fachkundig bekannte hallesche Publikum schon mal beim SES-Kampfabend zu ködern, blieb allerdings ungenutzt. Mit Werbung für zwei Veranstaltungen zur gleichen Zeit habe man keine positive Erfahrungen gemacht, sagte Müller dazu, er sei für einen sauberen Schnitt. Und: Auch wenn es beide Male ums Boxen gehe, „sind das doch zwei völlig verschiedene Produkte“, ja auch unterschiedliche Wettkampfformate. Doch man habe am Samstag schon genau hingeschaut und sich auch mit Verantwortlichen unterhalten, um sich bei der Boxpremiere in der neuen Ballspielhalle über „Kinderkrankheiten“ wie Probleme mit der Stromversorgung zu informieren.

Maritim ist auch zu klein geworden

Nun also macht der DBV seine eigenen Erfahrungen. Nach Jahren im Maritim war der Umzug nur folgerichtig. Nicht etwa, weil in dem Hotel nun Flüchtlinge untergebracht sind. Müller: „Das Maritim ist zu klein geworden, hat den Anforderungen eines internationales Spitzenturniers nicht mehr genügt.“

Bei dem verwaltungstechnischen Kraftakt hat die Stadt geholfen. Sie beteiligt sich zudem am Etat, der wie im Vorjahr um die 110.000 Euro betragen soll. Lotto Toto hilft - neben regionalen Sponsoren - ebenfalls wieder mit 30.000 Euro. Dazu kommen Startgebühren der Nationalmannschaften, die - wie neuerdings international üblich - erhoben werden und etwa 40, 45 Euro pro Athlet und Tag betragen könnten.

Zwischen fünf und zehn Euro

Mit Zuschauer-Einnahmen wird nicht geplant. Trotzdem hofft man natürlich auf regen Zuspruch. Bei den Vorkämpfen und Viertelfinals am Dienstag und Mittwoch ist der Eintritt frei. Tickets für die Halbfinals am Donnerstag und den finalen Freitag kosten zwischen fünf und zehn Euro. Sie sollen - das ist neu - als Havag-Fahrschein gelten. (mz)