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Nordpolflug: In zwölf Stunden zweimal um die Welt

Uhr | Aktualisiert 03.01.2013 17:11 Uhr

Flugzeuge von Air Berlin auf dem Flughafen Tegel. (FOTO: DPA)

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Wenn der Air Berlin-Flug AB1111 am 27. April um acht Uhr morgens in Berlin startet, dann wird das kein normaler Linienflug, ja, nicht einmal ein gewöhnlicher Langstreckenritt. Sondern die ungewöhnlichste Luftexpedition des Jahres.
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Halle (Saale)/MZ. 

Es wird kalt, verdammt kalt. Es wird weiß, verdammt weiß sogar. Und es wird allen in der Maschine ein Leben lang in Erinnerung bleiben: Wenn der Air Berlin-Flug AB1111 am 27. April um acht Uhr morgens in Berlin startet, dann wird das kein normaler Linienflug, ja, nicht einmal ein gewöhnlicher Langstreckenritt. Sondern die ungewöhnlichste Luftexpedition des Jahres.

Denn der Airbus A330-200 hat kein Ziel, jedenfalls keines, an dem gelandet wird. Bei Flug AB 1111, der im Auftrag der Deutschen Polarflug abhebt, handelt es sich vielmehr um einen Rundflug, wie er seit 2007 nur einmal im Jahr stattfindet. Binnen zwölf Stunden führt die 10 000 Kilometer lange Route von Berlin aus über Norwegen und das Nordpolarmeer Richtung Arktis, bis es nicht mehr weiter nach Norden geht. Hier am Nordpol, der über Hunderte von Jahren die Fantasie von Generationen angeregt hat, vollführt der Airbus kurz nach 13 Uhr in nur 1 500 Metern Höhe zwei Weltumrundungen, indem er alle 360 Längengrade der Erde in wenigen Minuten überfliegt. Dabei ist Zeit für die 250 Passagiere an Bord, Fotos vom Pol zu machen. Dann geht es zurück.

Die ersten fünf Nordpolflüge starteten ab Düsseldorf. Seit 2011 ist Berlin das neue Tor zum Nordpol: Näher kann dem Pol nicht kommen, wer sich nicht einer Expedition anschließen will, die sich in wochenlangen Fußmärschen dorthin begibt. Deshalb wohl erfreut sich der Polarflug immer wieder großer Beliebtheit, wie Karsten von dem Hagen, Leiter Verkauf Sonderflüge bei Air Berlin, erläutert. "An Bord sind Naturfreunde und Hobbyfotografen, aber auch Ehepaare, die ihren Hochzeitstag auf besondere Art verbringen möchten."

Nicht nur die Doppelrunde am nördlichsten Punkt der Erde, bei der die Passagiere binnen kürzester Zeit zwei Weltreisen hinter sich bringen, ist dabei besonders, sondern schon der Hinflug. Arktis-Experten erklären während der knapp sechs Stunden mit Kurs Nord aus dem Cockpit die Besonderheiten der arktischen Landschaften, Spitzbergen, die Lofoten und mit ein wenig Wetterglück sogar die Bäreninsel sind zu sehen. Unten liegen Kilometer voller Packeis, eine eisige, lebensfeindliche Welt, die umso mehr fasziniert. Der Airbus verlässt unterwegs immer wieder die Reiseflughöhe, damit die Fluggäste noch bessere Sicht auf schneebedeckte Berge, Eisschollen und Fjorde haben und Fotos machen können.

Auf dem Rückweg geht es dann nicht wieder die Hinflug-Route entlang, sondern entlang der zerklüfteten grönländischen Ostküste über Island und Schottland zurück nach Berlin. Während des Fluges serviert die Crew nordisch inspirierte Menüs, die eigens für den Expeditionsflug kreiert wurden. Tickets für den Sonderflug gibt es ab 499 Euro.

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