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Liechtenstein: Verlaufen beim Skifahren im Fürstentum ist ausgeschlossen

Uhr | Aktualisiert 31.01.2013 19:12 Uhr

Erste Rutschversuche: Junge Skifans machen in der Kinderskischule in Malbun ihre ersten Schritte auf den Brettern. (FOTO: LIECHTENSTEIN TOURISMUS)

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Wer im Fürstentum Ski fährt, geht nicht verloren. Die Pisten sind übersichtlich, nicht allzu schwer und sie führen alle zurück in das Bergdorf Malbun.
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Halle (Saale)/MZ. 

Unaufhörlich hat es geschneit in der vergangenen Nacht, geschneit und gestürmt. Neuschnee, wohin das Auge sieht. Schneeverwehungen an der Straße, die hinauf führt in das Dörfchen Malbun, ins hinterste Tal des Fürstentums Liechtenstein. Der Bus mit der Nummer 21 kommt trotzdem hoch in den auf 1 600 Metern gelegenen Ort. Und, wie jeden Morgen, spuckt er Kinder in bunten Schneeanzügen aus. Die in Laubfroschgrün kommen vom Skiclub Triesenberg, die in den gelbgrünen Jacken und den türkisen Hosen vom SC Balzers. Und die Jungen und Mädchen können es, wie jeden Morgen, nicht erwarten, auf die Pisten zu kommen.

Auf der anderen Seite des kleinen Tals: himmlische Ruhe. Der Neuschnee ist noch völlig unberührt, als sich eine kleine Gruppe Schneeschuhwanderer die Teller unter die Wanderstiefel schnallt und auf dem Winterwanderweg nach oben stapft. Vorbei an der kleinen Friedenskapelle, am Rodelhang. Ab und zu läuft ein Hund vorbei, der seinen Besitzer beim Spaziergang durch die Berge jagt.

Ansonsten ist es still. Der Schnee knirscht unter den Schuhen, selbst auf dem Sass-Weg ist die Unterlage frisch und weich. Wanderführerin Rosaria Heeb, die mit ihren vier Geschwistern im Fürstentum aufgewachsen ist und sommers wie winters in den Bergen unterwegs ist, erzählt von den Vorzügen des nur 160 Quadratkilometer kleinen Landes.

"Wir sind am Morgen mit dem Skibus nach Malbun gefahren und den ganzen Tag Ski gelaufen. Uns konnte eigentlich nichts passieren, denn alle Wege führen wieder ins Tal und zu den Bushaltestellen zurück", sagt sie. Und selbst wenn einem der Kinder etwas zugestoßen wäre: "Jeder hier hätte gewusst, wie die Eltern zu erreichen sind und zu wem die Kinder gehören."

Rosaria führt die Wanderer noch ein bisschen weiter den Berg hinauf - und dann geht es endlich ins Gelände. Sie geht vorsichtig voran, denn der Schnee gibt öfter mal nach unter den großen Tellern. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg heißt es Rasten am höchsten Punkt des Sass-Weges, dem Sass-Seeli auf knapp 1 800 Metern. Auch dieser kleine See ist zugefroren und schneebedeckt - die Aussicht in die umliegende Bergwelt ist grandios.

Nach einem Kaffee geht der Schneeschuh-Spaß in die zweite Runde, Freestyle ist jetzt angesagt. Denn es geht bergab durch den Schnee, in den man ohne die Unterlagen leicht bis zum Oberschenkel einsinken würde. Joggen auf Schneeschuhen - eine Riesengaudi, die den Wanderer nicht selten zum riesigen Schneeball macht. Über den verschneiten Wanderweg geht es schließlich nach Malbun zurück.

Rosaria wandert nicht nur tagsüber auf ihren Schneeschuhen durch die verschneite Landschaft. In Vollmond-Nächten führt sie Gruppen von Steg, dem nächsten Dorf, hinauf auf die Alpe Sücka. Licht oder Fackeln brauchen die Wanderer nicht, denn der Vollmond wird auf dem frischen Schnee stark reflektiert. Nach einem Fondue in der urigen Hütte geht es wieder hinunter in das Dorf - auf einer rasanten Fahrt mit dem Schlitten.

Doch Steg ist nicht nur nachts bei Vollmond einen Besuch wert - der kleine Ort ist das Langlauf-Zentrum Liechtensteins. Dass es eine Loipe im Fürstentum gibt, ist hauptsächlich der Verdienst von Gebhard Negele und des Vereins Valünalopp. Rund 15 Kilometer Loipen gibt es auf der weiten Fläche im Tal, gespurt für klassische Läufer und geplättet für Skater.

Die Alpinisten, Snowboardfahrer und Tourengeher verirren sich nicht so oft nach Steg - sie entscheiden sich eher für die Berge, die Malbun umgeben. Auf dem Sareiserjoch, der mit exakt 2 000 Metern höchsten Liftstation, hat man eine schöne Aussicht - und bekommt jeden Freitagabend einen urigen Hüttenzauber vom Wirt bereitet.

Auf der anderen Seite, bei den Liften Hochegg und Täli, ist die Auswahl an Pisten etwas größer: Ein Großteil der 23 Abfahrtskilometer liegt auf dieser Seite. Auch die einzige schwarze, steile und oft eisige Piste findet sich hier - direkt nach dem Ausstieg aus dem Lift.

Wer von den Hängen hinunterkommt, kann auf den Skiern zu fast jeder Unterkunft in Malbun gleiten - und kommt dabei an der Kinderskischule und dem Malbi-Park vorbei. Dort, sagt Bergbahn-Chef Rainer Gassner, sollen die Kinder die ersten ungestörten Schritte im Schnee und auf Skiern machen können.

Nicht nur die Kinder der Touristen machen hier ihre ersten Versuche im Schnee - auch die Einheimischen, von denen viele ein Chalet hier oben in den Bergen haben, lassen ihre Kleinen hier Probe fahren. Und in ein paar Jahren gehören auch die zu den Kindern in den bunten Anoraks der heimischen Skiclubs, die es kaum erwarten können, auf die Pisten zu kommen.

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