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Spielwarenmesse rückt «Toys 3.0» in den Fokus

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Spielsachen, die analoge und digitale Welten miteinander verschmelzen: Das ist der große Trend auf der diesjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg. Neue Technologien wie Smartphones und Tablets spielen dabei eine große Rolle.
Nürnberg/dpa. 

Spielsachen, die analoge und digitale Welten miteinander verschmelzen: Das ist der große Trend auf der diesjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg. Neue Technologien wie Smartphones und Tablets spielen dabei eine große Rolle.

Die weltweit größte Spielwarenmesse in Nürnberg (30. Januar bis 4. Februar) rückt in diesem Jahr «Toys 3.0» in den Mittelpunkt. Die Branche sieht in der Verbindung von klassischem Spielzeug mit digitalen Funktionen viel Potenzial. «Die Türen für E-Toys stehen weit offen,» betonte auch der Jugendforscher Axel Dammler. Durch die Kombination von anfassbaren und elektronischen Spielzeugen entstünden völlig neue Spielebenen und Spielformen. Auf der Branchenschau kommen rund 2750 Aussteller und 76 000 Fachbesucher aus aller Welt zusammen.

Schon seit einiger Zeit zeichnet sich ab, dass elektronisches Spielzeug immer mehr an Boden gewinnt - und inzwischen auch neueste Technologien wie Smartphones und Tablet-PCs einbindet. «Das Tablet wird immer mehr zum Spielbrett, auch mit realen Spielfiguren, und das Smartphone wird immer mehr zum Steuerelement», berichtete Dammler in Nürnberg. Schon heute spielten extrem viele Kinder und Jugendliche auf beiden Wegen - analog und digital. «Wir reden über einen Markt, der eigentlich schon da ist.» Entsprechend betonte Dammler mit Blick auf eine aktuelle Online-Umfrage: «Wir haben kein Gegeneinander dieser beiden Spielformen, das ist auch keine Wachablösung, die da stattfindet, das ist eine friedliche Koexistenz.»

Ein Renner werde eine Neuauflage des Ende der 90er Jahre beliebten Furby, prognostizierte Andreas Schäfer, Geschäftsführer des Einkaufsverbands idee+spiel. Das kugelige Felltier kann inzwischen nicht nur reden, tanzen und mit den Ohren wackeln, sondern will auch per Handy-App gefüttert werden, kommuniziert per Bildschirm-Augen und entwickelt mit der Zeit einen eigenen «Charakter» - je nachdem, wie liebevoll oder rabiat man mit ihm umgeht.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten sei der Markt in Deutschland im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 2,78 Milliarden Euro gewachsen, berichtete Werner Lenzner vom Marktforschungsunternehmen npdgroup Deutschland. Ihm zufolge war 2012 besonders elektronisches Lernspielzeug gefragt: Die zwei bestverkauften Produkte seien Tablet-PCs für Kinder gewesen. Zudem habe der Umsatz mit Spielsachen für Mädchen ungewohnt stark zugelegt.

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