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Schicke Hochstapler: Etageren für Frühstück und Nachmittagstee

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Die elegante Etagere erlebt ein Comeback. Das stilvolle Objekt ist eine simple Ablagefläche beim Frühstück und fürs Tee-Gebäck. Zweckentfremdet dient die Etagere auch als Gestell für Schlüssel oder Schmuck.
Hamburg/dpa. 

Die elegante Etagere erlebt ein Comeback. Das stilvolle Objekt ist eine simple Ablagefläche beim Frühstück und fürs Tee-Gebäck. Zweckentfremdet dient die Etagere auch als Gestell für Schlüssel oder Schmuck.

Wenn die Tage kurz und kalt sind, trösten die Menschen sich gerne mit geselligen Runden und gutem Essen über mangelndes Sonnenlicht und Wärme hinweg. Nun lockt heißer Tee mit all seinem behaglichen Drumherum. Die Briten machen es vor: Sie zelebrieren den Nachmittagstee. Alle Geschmackssinne sollen angesprochen werden, und deshalb gibt es zum Tee Süßes und Salziges, Fingersandwiches und Scones, Gebäck und Pralinen. Besonders gut zur Geltung kommen diese Köstlichkeiten auf einer mehrstöckigen Etagere.

«Für mich gibt es keine schönere Präsentationsform der Speisen als auf einer Etagere», sagt die Hamburger Wohnstylistin Clara Kirchner. «Optisch kann man so auf dem Tisch eine schöne Höhe erzeugen, und es spart Platz auf der kleinsten Tafel.» Sie erkennt darin einen Trend. «Für mich sind Etageren unverzichtbar», sagt die Wohnexpertin.

Im Barock, als große Feste veranstaltet wurden, die der Darstellung fürstlicher Pracht dienten, kam die Etagere erstmals in Mode. Sie wurde zum Servieren von Speisen genutzt.

Teller, Schalen oder sogar Tassen werden dabei zu mehreren Ebenen übereinandergestapelt. Die Ablagen werden von unten nach oben immer kleiner. Sie sind entweder in der Mitte durch einen Stiel verbunden, oder ein Metallgestell hält sie. Etageren sind nicht nur ein praktischer Gebrauchsgegenstand, sondern auch eine Dekoration.

Und es gibt sie derzeit in einer großen Vielfalt: Mal nostalgisch, mal schlicht, mal in futuristischem Design und aus allen möglichen Materialien wie Beton, Schiefer, Porzellan, Holz und Glas.

Die Etagere «Gourmet» von Asa Selection besteht aus zwei eckigen Schieferplatten an einem Edelstahlstiel. Sie wird mit einem Stück Kreide und einem Schwämmchen geliefert. Liegt etwa Käse darauf, kann man die Sorte daneben schreiben. Bei dem Entwurf «365+» der Stockholmer Designerin Lovisa Wattmann für Ikea lassen sich die drei Glasteller abnehmen, neu kombinieren und in der Höhe verändern.

Die Marke Rice hat ein handbemaltes Metallgestell mit Blumendekor und Ziervögelchen im Programm. Bloomingville führt eine Etagere im Retro-Look mit geschwungener Stange im Sortiment. Die silberfarbenen Teller zieren Ornamente. Schlicht weiß ist die Etagere des Services «Update» der Porzellandesignerin Barbara Schmidt für Kahla. Ihre Serie mit multifunktionalem Geschirr ist in Bars und Bistros beliebt. Da gehört inzwischen eine Etagere fast zwingend dazu: «Nichts sieht schöner aus, als wenn sich Brötchen, Marmeladen und Obst zum Frühstück auf einer Etagere türmen», sagt die Trendkennerin Clara Kirchner.

Die schwedische Designerin Stina Sandwall hat sich von der üblichen Anordnung der Ebenen distanziert. Die Flächen ihres «Cookie Tray» für Asplund sind höhenversetzt nebeneinander statt übereinander angeordnet. «Es ist meine zeitgemäße Version von der Kaffeetafel meines Großvaters und ein Entwurf, der zusammen mit anderen Dingen wie eine Art Stillleben kleine Geschichten erzählt», erläutert sie.

Etageren werden in verschiedenen Ländern unterschiedlich bestückt. In England kommen vor allem Gebäck oder Sandwiches darauf, während die Franzosen sie als Servierteller für Käse benutzen. In Deutschland ist die Etagere nicht auf den Einsatz auf der Tafel beschränkt. Für Schlüssel, Krimskrams und Schmuck ist sie eine ideale Ablage.

Während bei den Engländern daher traditionelle Porzellanmodelle wie von Wedgwood oder Royal Albert hoch im Kurs stehen, kommt hierzulande eine Version aus Kunststoff an. Der in Wien ansässige Designer Wolfgang Hints entwarf mit «Babell» für Koziol ein puristisches Modell, dessen Teile gestapelt oder einzeln verwendet werden. Die Etagere braucht keine Stange oder Halterung, die Teile stecken ineinander. «Nur im Kunststoffspritzguss war dieses Produkt realisierbar. Es entstand eine neue Form mit neuer Funktion und einem total spannenden Bezug zur Geschichte des Produktes», formuliert es der Designer.

Dass Etageren ein vielseitiges Accessoire sind, beweisen sie vor allem im Winter: Mit Teelichtern geben sie eine Lichtquelle ab. Oder sie lassen sich mit Zapfen, Tannenzweigen und Blüten schmücken, und zu Weihnachten teilen sich Christbaumkugeln und Tannenzweige die Etagen.