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Immobilien: Extrawünsche bei Fertighäusern werden teuer

Uhr | Aktualisiert 02.02.2013 14:45 Uhr

Die Eigenleistung sollte nicht überschätzt werden, sonst kann sich der Hausbau in die Länge ziehen. (FOTO: DPA)

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Fertighäuser sind schnell errichtet, Extrawünsche aber teuer. Das passende Grundstück zu finden, ist laut Experten das Wichtigste.
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BERLIN/DPA. 

Beim Hausbau sollte nicht allein das Geld entscheiden. Viel wichtiger für das langfristige Wohlbefinden ist der Aspekt, ob das Haus auch in 20 oder 40 Jahren immer noch zu den Lebensumständen passt. "Auch die Bedürfnisse der nachfolgenden Generation gilt es mit zu bedenken", sagt Rüdiger Mattis vom Verband Privater Bauherren in Berlin. Er warnt vor übertriebenem Geiz: "Ein Haus ist keine kurzfristige Investition."

Das passende Grundstück zu finden, ist nach Auffassung vieler Experten das Wichtigste beim Hausbau. "Ein noch so preisgünstiges Grundstück ist unter einer Hochspannungsleitung nicht unbedingt erste Wahl", so Mattis. Aber auch die Entscheidung, wegen eines preiswerten Grundstücks aufs Land zu ziehen, sollte wegen einer möglicherweise unzureichenden Infrastruktur, längeren Fahrzeiten und Fahrkosten zur Arbeit gründlich abgewogen werden.

"Das erstbeste Bauland ist nicht unbedingt das günstigste", stimmt auch Kathrin Mühe von der Bausparkasse Schwäbisch Hall zu. Auf einem kleinen Grundstück einen einfachen Grundriss zu realisieren, sei meist ohne Verlust an Wohnqualität möglich und günstiger. Entscheide der Bauherr sich beispielsweise für ein 600 statt 800 Quadratmeter großes Grundstück, ließen sich bei einem Quadratmeter-Preis von 150 Euro rund 30 000 Euro sparen.

Oft verfügen Gemeinden außerdem über Grundstücke, die über Laufzeiten von meist 99 Jahren verpachtet werden. "Dies hat den Vorteil, dass der monatliche Erbpachtzins überschaubar ist", sagt Mühe. Dadurch sei weniger Eigenkapital notwendig und der Immobilieneinstieg werde einfacher. Gespart werden könnten so meist mehrere hundert Euro im Monat. Preisgünstig kann ein Neubau mit einem Architekten, einem Bauträger oder einem Fertighaushersteller gebaut werden. "Viele angehende Eigenheimbesitzer kaufen sich wegen der vermeintlichen Sicherheit bei der Preisgestaltung ein schlüsselfertiges Haus mit Grundstück vom Bauträger", sagt Mattis. Dank des garantierten Festpreises scheinen hier die Kosten unter Kontrolle und das finanzielle Engagement überschaubar zu sein. Doch in der Praxis sieht das ganz anders aus, da individuelle Wünsche oft teuer sind.

"Unnötige Kosten durch Umplanungen gibt es bei einem von vorneherein nach den jeweiligen individuellen Vorstellungen entworfenen Architektenhaus nicht", sagt Mattis. Richtig geplant muss es nicht teurer sein als ein Standardhaus vom Bauträger, hat der Verband Privater Bauherren immer wieder in Beispielrechnungen festgestellt. "Fertighäuser sind entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil nicht preisgünstiger als Architektenhäuser", sagt auch Anselm Kipp vom Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen). Ein Vorteil sei aber, dass zum Beispiel die deutschen Hersteller von Holzfertighäusern das Material in Energiespar-Qualität mitlieferten. Am Energiestandard des Hauses sollte auf keinen Fall gespart werden. Denn angesichts zu erwartender Preissteigerungen bei Strom, Öl und Gas kann der Bauherr auf Dauer sparen. Der Verzicht auf einen Keller ist der Standardtipp, um am Bau zu sparen. "Die Kosten für einen Keller werden meistens überschätzt", meint dagegen Gisela Pohl von der Initiative Pro Keller in Schwerin. Denn auch ein Haus ohne Keller benötigt eine Grundplatte und frostsichere Flächen für Waschmaschine, Trockner, Heizung und Lagerflächen.

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