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Gesundheitsvorsorge: Jugendliche gehen selten zum Arzt

Uhr | Aktualisiert 12.08.2012 21:09 Uhr
Ein Arzt untersucht das Ohr eines Jugendlichen. (FOTO: DAPD) 
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Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt klagt über die mangelnde Teilnahme von Jugendlichen an der Gesundheitsvorsorge. Sie beteiligt sich an einer bundesweiten Aktion, damit mehr junge Leute die angebotene Untersuchung "J 1" wahrnehmen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Burkhard John, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts (KVSA), sagt, dass es für Eltern selbstverständlich sei, mit ihren Säuglingen und Kleinkindern zu den sogenannten U-Untersuchungen zu gehen und die entsprechenden Impftermine wahrzunehmen. "Aber diese Aufmerksamkeit lässt mit den Jahren nach", bedauert John. Sobald die Kinder in die Schule kommen, sehe das nicht mehr ganz so gut aus. "Dann schleichen sich Impflücken ein und auch der Bereich der körperlichen Entwicklung wird nicht mehr so aufmerksam verfolgt."

Die KVSA macht auf die wichtige Vorsorgeuntersuchung "J 1" aufmerksam. Sie betrifft die Jugendlichen zwischen dem zwölften und dem 14. Lebensjahr. Haus- und Kinderärzte haben dazu jugendgemäßes Informationsmaterial, unterstützend gibt es laut John einen kleinen Videofilm für die Ärzte. Bei der "J1" können die Jugendlichen allein vertrauensvoll mit dem Arzt sprechen oder ihre Eltern mitnehmen.

"Der Arzt erstellt zunächst eine ausführliche Anamnese", erklärt John. Dabei geht es um chronische Erkrankungen, aber auch um den Impfschutz bis hin zu Problemen der Jugendlichen selbst oder in ihrem sozialen Umfeld. Dann schließt sich eine gründliche körperliche Untersuchung an.

Im Anschluss erfährt der Jugendliche, wie der Arzt seinen Zustand einschätzt. Bei Bedarf wird der Arzt den Jugendlichen an Beratungsstellen weitervermitteln oder weitergehende Untersuchungen besprechen, sagt John.

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