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Ernährung: Warum Chips süchtig machen können

Uhr | Aktualisiert 23.11.2012 17:47 Uhr
Chips können süchtig machen. (FOTO: DPA) 
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Es ist wie verhext: Wenn wir eine Chipstüte öffnen, sind alle guten Vorsätze schnell vergessen. Weshalb ist das so?
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Halle (Saale)/MZ. 

Ein Grund dafür könnte der in uns biologisch tief verankerte Hunger nach Salz sein. Die Lust am Salzgeschmack ist instinktiv und entwickelte sich schon vor mehr als 100 Millionen Jahren. Und das hat einen einfachen Grund: Salz ist für den Organismus von Mensch und Tier lebensnotwendig. Aber in der Natur ist Salz - außer am Meer - nicht immer zu finden. Aber auch das Fett in den Chips und Erdnussflips spielt für den berüchtigten Suchtfaktor dieser Knabbereien eine Rolle.

Ähnlich wie beim Salz ist auch die Vorliebe für fettige Nahrung ein Erbe unserer tierischen Vorfahren. In der modernen Gesellschaft ist fettreiche Nahrung längst nicht mehr selten, doch der urzeitliche Hunger darauf ist uns offenbar geblieben. Auslöser für die Lust auf fettreiche Nahrungsmittel ist eine körpereigene Droge. Unser Darm schüttet diese Droge wahrscheinlich schon dann aus, wenn unsere Zunge den typischen Fettgeschmack wahrnimmt. Das aber heißt: Noch bevor wir die ersten Chips ganz heruntergeschluckt haben, wirkt die im Darm freigesetzte Droge. Sie löst die Freisetzung von zusätzlichen Verdauungssäften aus - und das wiederum fördert den Hunger nach mehr. Letztlich sorgen damit gleich zwei urzeitliche Sucht-Systeme dafür, dass Chips für viele von uns nahezu unwiderstehlich sind. Deshalb fällt es uns schwer zu widerstehen - denn wir müssen quasi gegen unser tierisches Erbe handeln.